Amnesty warnt vor Bürgerkrieg

15. Jänner 2002, 20:17
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Freie Wahlen gefährdet

Blantyre - Zum Abschluss des Gipfels der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) in Blantyre (Malawi) hat Simbabwes Staatschef Präsident Robert Mugabe am Montag zugesichert, die Präsidentenwahl im März von internationalen Beobachtern überwachen zu lassen. Er versprach ferner einen fairen Verlauf der Wahl.

Die Erklärung enthält keine Angaben darüber, aus welchen Ländern die Wahlbeobachter kommen sollen. Mugabe hatte jedoch früher erklärt, er würde nur Beobachter aus freundlich gesinnten Staaten zulassen. Mugabe verpflichtete sich auch zu einer "vollständigen und unabhängigen" Untersuchung der politisch motivierten Gewalt.

Zum Auftakt des Gipfels in Blantyre hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) vor einem Bürgerkrieg in Simbabwe gewarnt: "Die sich verschlimmernde Menschenrechtslage in Simbabwe gefährdet die Möglichkeit einer freien und fairen Wahl am 9./10. März und lässt das Gespenst einer in Bürgerkrieg mündenden gewalttätigen Unterdrückung politischer Opposition auferstehen." Die SADC solle eigene Beobachter in das Land schicken, um faire und freie Wahlen sicherzustellen sowie politische Morde, Folter und massenhafte Vertreibung ländlicher Bevölkerung zu verhindern, hieß es in einer AI-Erklärung. (AP, dpa)

(DERSTANDARD, Printausgabe, 16.1.2002)
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