Bruder des Rabin-Mörders darf nicht zur Armee

15. Jänner 2002, 18:24
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Ablehnung nicht begründet

Tel Aviv - Sagiv Amir, der 19-jährige Bruder des Mörders des israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin, ist bei der Armee nicht erwünscht. Er sollte in der vergangenen Woche zu einer Sondereinheit für orthodoxe Juden eingezogen werden. Einen Tag vor dem festgesetzten Datum erhielt er jedoch einen Anruf der Armee, in dem man ihm mitteilte, dass seine Anwesenheit nicht erwünscht sei, berichtete der israelische Rundfunk am Dienstag.

Amirs Anwalt Shmuel Caspar sagte vor Gericht, die Ablehnung sei nicht begründet worden. In seinem Einspruch erklärte der Anwalt, die Armee bestrafe Amir offenbar wegen seiner Verwandtschaft zu Yigal Amir, der Rabin am Abend des 4. Novembers 1995 nach einer Veranstaltung in Tel Aviv durch mehrere Schüsse in den Rücken getötet hatte. Yigal ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Verteidigungsministerium und Armee "belegen ihn für den Rest seines Lebens mit einer sozialen und moralischen Ächtung für eine Tat, die er nicht beging und von der er im Voraus nichts wusste", argumentierte Caspar. Sagiv war zum Zeitpunkt der Ermordung Rabins zwölf Jahre alt. (APA/dpa)

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