Lindows fights back

15. Jänner 2002, 15:47
5 Postings

Auf Microsoft Klage wegen Verwechslungsgefahr folgte Gegenklage - Lindows musste E-Mail-Adressen an Microsoft abliefern

Der Streit zwischen Lindows und Microsoft geht weiter. Nachdem der Softwarekonzern gegen das Startup-Unternehmen eine Klage wegen Verwechslungsgefahr eingebracht hatte, reagierte Lindows und reichte eine Klage wegen Nichtzuständigkeit des Gerichts ein.

E-Mail-Adressen und Inhalte mussten offengelegt werden

Wie nun auf der Lindows-Seite publik gemacht wurde, musste das Startup sämtliche E-Mail-Adressen seiner Mailing-Listen sowie Inhalte diverser Mails, darunter auch solche die nichts mit der Klage von Microsoft zu tun hatten, an Microsoft weitergeben. Wie es auf der Seite heißt:"Also, we feel obligated to disclose to you that we were compelled to disclose your email address to Microsoft during the discovery process as well as the content of many of your messages sent to us. We were not happy about doing this, but we had little choice. We have received assurances from Microsoft that they will not use or disclose your address for any purpose beyond this case."

Verwechslungsgefahr

Lindows soll, wie der Name unschwer erkennen lässt, eine Mischung aus Linux und Windows darstellen. Der Anwender soll von den Vorzügen beider Systeme profitieren. Lindows basiert auf dem OpenSource-Projekt "Wine", das bislang aufgrund von Kompatibilitätsproblemen keinen durchschlagenden Erfolg feiern konnte.

Gegenklage wider Klage

Nachdem Microsoft aufgrund der Verwechslungsgefahr zwischen Lindows und Windows Klage eingereicht hatte, versucht Lindows nun mit einer Gegenklage das Verfahren zu stoppen. Die Gegenklage beruht auf der Unzuständigkeit des Gerichts. Microsoft hatte Klage in Seattle eingereicht, doch dort hat Lindows nach eigenen Angaben keinerlei Geschäfte gemacht, also kann dieses Gericht nicht über den Fall entscheiden. Lindows reichte die Gegenklage bei Gerichten sowohl in Washington wie auch in Kalifornien ein.

Keine Chance?

Zwar geben Beobachter der Vorgehensweise von Lindows durchaus Chancen, da das Produkt aber über das Internet vermarktet wird, wo Staatsgrenzen bekanntlich nicht existieren, scheint auch eine gegenteilige Entscheidung des Gerichts durchaus möglich.

Verhandlung am 1. Februar

Eigentlich sollte Lindows schon Ende des letzten Jahres verfügbar sein, doch bremsten die juristischen Streitereien die Entwicklung. Bis auf weiteres sind alle relevanten Projekte und Papiere, darunter eben auch die Mailing-Listen, eingefroren. Sollte das Gericht in Seattle die Klage von Microsoft nicht abweisen, wird die Verhandlung am 1. Februar stattfinden.(red)

Share if you care.