Guatemala: Ex-Diktator bleibt weiter Parlamentspräsident

15. Jänner 2002, 13:48
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Rios Montt werden schwere Menschenrechts- verletzungen vorgeworfen

Guatemala - Gegen den erbitterten Widerstand der Opposition ist der ehemalige guatemaltekische Militärdiktator Ex-General Efrain Rios Montt zum dritten Mal zum Parlamentspräsidenten gewählt worden. Für den 75-Jährigen stimmten am Montag (Ortszeit) 63 Abgeordnete des rechtsgerichteten Regierungslagers, gegen ihn 35 Parlamentarier der Opposition.

Rios Montt hatte sich im März 1982 an die Macht geputscht und das mittelamerikanische Land bis zum August 1983 mit harter Hand regiert. In dieser Zeit ließ er im Zuge einer "Politik der verbrannten Erde" ganze Ortschaften in ländlichen Gebieten ausradieren, deren Einwohner der Zusammenarbeit mit der linksgerichteten Guerilla verdächtigt wurden. Dem Ex-General werden Massaker an Indigenas und andere schwere Menschenrechtsverbrechen zur Last gelegt, für die er bisher noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. Rios Montt ist Aktivist einer nordamerikanischen protestantischen Fundamentalistensekte. Kirchliche Menschenrechtsorganisationen machen ihn für die Ermordung von mindestens 15.000 Menschen verantwortlich. (APA)

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