ZDF-Serie "Semmeling" widerrechtlich abgeschrieben

15. Jänner 2002, 13:36
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Autor Zach fühlt sich "hinters Licht geführt und unfair behandelt"

Die Handlung der ZDF-Serie "Die Affäre Semmeling" ist nach Ansicht des Stuttgarter Autors Manfred Zach zu großen Teilen widerrechtlich von seinem Roman "Monrepos oder die Kälte der Macht" abgeschrieben. "Mein Buch hat für den politischen Teil kostenlos Pate gestanden", sagte Zach am Dienstag in Stuttgart und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Weder er noch sein Verlag hätten davon gewusst. In der Serie von Dieter Wedel seien wörtliche Zitate aus "Monrepos" gefallen. Ganze Handlungsstränge und Figurenkonstellationen stammten aus seinem Buch, sagte Zach.

Wedel von "Monrepos" begeistert gewesen

Im Abspann der sechsten und letzten Folge der "Semmelings" habe das ZDF am Montagabend zwar darauf hingewiesen, dass Ideen und Anregungen von Zach stammen. Damit sei die Sache aber urheberrechtlich nicht erledigt, betonte Zach. Er habe sich vor etwa drei Jahren mit Regisseur Wedel getroffen. "Er war von Monrepos begeistert und wir haben lang über das Buch und Zusammenhänge in der Politik gesprochen", sagte Zach. Nun behaupte Wedel, es sei ihm erlaubt worden, den Roman als Textvorlage zu benutzen. "Das habe ich ihm nicht gestattet", sagte Zach. Ein Verkauf der Rechte wäre ohnehin eine Angelegenheit des Verlags gewesen.

"Fühle mich hinters Licht geführt und unfair behandelt"

"Wenn Wedel sein Interesse geäußert hätte, das hätte ich prima gefunden und man hätte sich rechtlich einigen können", sagte der ehemalige baden-württembergische Regierungssprecher Zach, der inzwischen im Sozialministerium in Stuttgart arbeitet. "So aber fühle ich mich hinters Licht geführt und unfair behandelt." Sein Verlag, die Deutsche Verlagsanstalt, prüfe derzeit rechtliche Schritte. (APA)

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