Letzter Vorhang zum 21. Geburtstag

15. Jänner 2002, 13:25
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In London schließt nun auch "Cats" mit dem 11. Mai. Der Grund: US-Touristen bleiben aus

London - Das bisher am längsten laufende Musical der Welt, "Cats" von Lord Andrew Lloyd-Webber, schließt 21 Jahre nach seiner Weltpremiere in London. Wie ein Sprecher der Produktionsgesellschaft am Dienstag mitteilte, wird für das Musical am 11. Mai nach fast 9000 Vorstellungen präzise am 21. Geburtstag der letzte Vorhang fallen. "Cats" wird ebenso wie schon andere Musicals im Londoner West End, dem Theaterbezirk der Metropole, ein Opfer ausbleibender Touristen, vor allem amerikanischer. Erst vor wenigen Tagen war auch "Starlight Express", ein anderes Musical von Lloyd-Webber, nach 18 Jahren zum letzten Mal gespielt worden. Im Herbst war Lloyd-Webbers Nordirland Musical "The Beautiful Game" - von der Kritik hoch gelobt, aber von Touristen offensichtlich nicht geliebt - weniger als ein Jahr nach der Premiere abgesetzt worden. "Cats" gehört zu den erfolgreichsten Musicals, die je geschrieben wurden. Das Stück auf der Grundlage von T. S. Eliots Gedichten seines "Old Possum's Book Of Practical Cats" wurde in 300 Städten in 26 Ländern aufgeführt. Am New Yorker Broadway, wo es 2000 nach 18 Jahren abgesetzt wurde, spielte es mehr als 400 Millionen Dollar (440 Millionen Euro) ein. Insgesamt werden die Einnahmen auf mehr als eine Milliarden Pfund (1,6 Milliarden Euro) geschätzt. Seit den Terrorangriffen auf die USA vom 11. September ist die Zahl der Touristen in London zurückgegangen und wird schätzungsweise zehn Prozent unter der des Jahres 2000 liegen. Für 2002 rechnet der britische Tourismusverband mit einem Rückgang von weiteren drei Prozent. Vor allem die Zahl der US-Touristen sank deutlich - unmittelbar nach den Anschlägen sogar um 45 Prozent. (APA)
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