Trend zum "Satanismus"

15. Jänner 2002, 16:53
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Lehrer merken vor allem bei 13- bis 15-Jährigen immer öfter "dubiose" Verhaltensweisen

Vor einem offensichtlich zunehmenden Trend zum "Satanismus" und zu ähnlichen Praktiken bei Jugendlichen warnen jetzt die Sektenexperten. Die Lehrer merken vor allem bei 13- bis 15-Jährigen immer öfter "dubiose" Verhaltensweisen, berichtet Andreas Girzikovsky, Sektenexperte der Diözese Linz und des oberösterreichischen Landesschulrates.

Steigender Jugend-Satanismus

"Im vergangenen Jahr haben deutlich mehr Lehrer vor allem aus Hauptschulen bei uns anfragt und sich über den Jugend-Satanismus erkundigt und wie sie reagieren sollen", berichtet Girzikovsky. Meist geht es um einschlägige Symbole, um Zahlen wie etwa "666", aber auch um Rituale, die irgendwo im Geheimen ablaufen. "Daher sind auch die Eltern der Jugendlichen oft völlig ahnungslos, die Burschen und Mädchen haben sich in den okkulten Zirkeln zu strengstem Stillschweigen verpflichtet", berichtet der Sektenfachmann.

Fehlende Perspektiven

Gründe für die Zuwendung der Jugendlichen zu Okkultismus und Satanismus seien, so Girzikovsky, meist Frust, Zukunftsängste und das Fehlen von Perspektiven im Leben, verbunden nicht selten mit der Sorge, keine entsprechende Lehrstelle zu finden und keine beruflichen Aussichten zu haben.

Gendarmen als Sektenexperten

Jedenfalls müsse das Auftreten solcher Praktiken ernst genommen werden, sagen die Fachleute. Einerseits, weil es dadurch zu schweren Entwicklungsstörungen bei den Jugendlichen kommen könne, andererseits, weil die Gefahr besteht, dass der Satanismus in kriminelle Handlungen ausufert, aber auch, weil in manchen Fällen Selbstmordgefahr gegeben sei.

In diesem Zusammenhang verweisen die Sektenexperten auf ein ihrer Ansicht nach durchaus nachahmenswertes Modell in der Steiermark: Dort hat die Gendarmerie ein spezielles Fortbildungsprogramm für Beamte zum Thema "Sekten" allgemein und "Satanismus" im Besonderen gestartet. 40 Gendarmen haben sich freiwillig für diese Ausbildung gemeldet. "Es wäre wünschenswert, wenn die Exekutive auch in anderen Bundesländern solche Projekte starten würde", meint Girzikovsky. (APA)

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