Biodünger für Grundwasser und Ökologie nicht ganz unbedenklich

15. Jänner 2002, 12:03
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Pathogene Keime gelangen über die Wurzeln in die Blätter von Salatpflanzen

Wien - Zuviel Kunstdünger kann Grundwasser und Ökologie gefährden, doch wie sich nun herausstellte, ist auch der gute alte Biodünger nicht ganz unbedenklich. Wissenschafter der Rutgers University in New Jersey (USA) haben nämlich herausgefunden, dass Colibakterien - wie sie etwa in tierischen Exkrementen enthalten sind - durch die Wurzeln ins Innere von Salatblättern gelangen. Die Studie wurde in der Zeitschrift Applied and Environmental Microbiology (Nr. 68) veröffentlicht.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden immer wieder krankmachende Bakterien des Stammes Escherichia coli 0157:H7 aus Bohnen, Melonen, Äpfeln und Blattsalat isoliert. Bisher war nicht klar, über welchen Mechanismus die Keime in die Pflanzen gelangen. Die amerikanischen Forscher haben nun in kontrollierten Versuchen herausgefunden, dass jedenfalls verschmutzes Gießwasser oder auch kontaminierter Dünger die Ursache sein kann.

Die Wissenschafter kommen zu dem Schluss, dass die Keime wahrscheinlich über den Boden und die Wurzeln in die Pflanzen aufgenommen werden, da auch Pflanzenteile mit den Bakterien verseucht waren, die nicht mit Wasser oder Dünger in Berührung kamen. Bedenklich ist die Sache nicht zuletzt weil die Keime effektiv im Inneren des Pflanzengewebes zu finden sind und herkömmlichen Hygienemaßnahmen - wie etwa dem Waschen der Salatblätter - widerstehen. (APA)

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