Bolivien: Tausende Koka Bauern demonstrieren

16. Jänner 2002, 12:40
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Protest gegen Verbot des Verkaufs von Koka-Blättern

La Paz - Tausende bolivianische Koka-Bauern haben in der Stadt Cochabamba gegen das von der Regierung angeordnete Verbot des Verkaufs von Koka-Blättern protestiert. Die aus der Region Chapare anmarschierten Bauern wurden am Montag von mehreren Gewerkschaften unterstützt. Das Verbot ist Teil der Antidrogen-Politik der konservativen Regierung von Präsident Jorge Quiroga, die mit Unterstützung der USA alle Koka-Pflanzungen in Bolivien vernichten will.

Die Koka-Bauern werfen der Regierung vor, mit der Vernichtungsaktion ihre Lebensgrundlage zu zerstören und sie in die Armut zu stürzen. Aus der in den Anden seit Jahrhunderten traditionell angebauten Koka-Pflanze wird die Droge Kokain gewonnen.

Bei einer Demonstration in der Hauptstadt La Paz forderten tausend Bauern die Regierung auf, ihr Versprechen einzuhalten und sie bei der Mechanisierung der Landwirtschaft finanziell zu unterstützen. Als sie versuchten, das staatliche Institut für die Agrarreform zu stürmen, trieb die Polizei sie mit Tränengas auseinander. Der Bauernverbandsführer Felipe Qispe drohte damit, die vom Westen Boliviens nach Peru führende Straße zu blockieren, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Bei gewalttätigen Zusammenstößen zwischen protestierenden Bauern und der Armee wurden in den vergangenen drei Jahren mehr als 20 Demonstranten getötet.(APA)

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