Mit Vorsprung aus der Krise starten

8. Februar 2002, 19:18
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Der Leiter des IHS, Bernhard Felderer zu Unternehmensgründungen in Zeiten der Rezession.

Wo steht Österreich bei Unternehmensgründungen?

Bernhard Felderer: Wir hinken ein wenig hinter der europäischen Entwicklung nach, aber in den vergangenen zwei Jahren gab es einen bemerkenswerten Anstieg. Allein 2001 stieg die Zahl der Neugründungen um 20 Prozent. Prinzipiell ist aber jede zusätzliche Aktivität wie i2b von Vorteil.

Woher der Zuwachs?

Bernhard Felderer: Den Anstoß gab sicher das Gründungsförderungsgesetz. Damit wurde die Administration erleichtert, der Großteil der Anmeldegebühren fiel weg - insgesamt wurde es also einfacher und billiger, Unternehmer zu werden. Prinzipiell ist aber der Anreiz, selbstständig zu sein, in Österreich geringer, weil Sicherheit einen hohen Stellenwert hat. Momentan steckt Europa in einer Rezessionsphase. Soll man da an Selbstständigkeit denken? Bernhard Felderer: Am Höhepunkt der Konjunktur hat man viele Konkurrenten, wenn man sich selbstständig macht. Jetzt sind viele enttäuscht. Wenn nun der Aufschwung kommt, gibt es gute Chancen. In der Phase sind auch die Zinsen niedrig, die Situation also günstig.

Welche Sektoren sind bevorzugt?

Bernhard Felderer: Gute Chancen gibt es in industrienahen Dienstleistungen. Dort finden weiter Ausgliederungen statt, in vielen Unternehmen entstehen Profit Center. Hier gibt es einen weiten Markt. Die IT-Branche wurde zwar zuletzt in den USA überschätzt, was in der Folge zu den Kurseinbrüchen führte, aber der hohe Investitionsbedarf in diesen Bereichen bleibt bestehen. Hohe Nachfrage wird es auch nach Software und New-Economy-Dienstleistungen geben.

Was bewirkt der Strukturwandel?

Bernhard Felderer: Ein Großteil des Wandels wurde schon in den 90er-Jahren geschafft. Wir sind also gut aufgestellt. Hierzulande gründet man vielleicht etwas weniger Firmen, aber es ist auch die Lebensdauer der neuen Unternehmen höher als in anderen Ländern, weil die Sterberate im Vergleich ebenfalls geringer ist. (Ernst Brandstetter)

ideas to business
Die 3-teilige Serie entsteht mit finanzieller Unterstützung durch die Initiative "ideas to business"

Redaktion: Ernst Brandstetter

Registrierung und Information unter: www.i2b.at

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