Mobiles Sprungbrett in die Zukunft

8. Februar 2002, 19:18
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In der Telekom-Branche eröffnen sich neue Chancen. Mobilkom-Marketing-Vorstand Hannes Ametsreiter sieht großen Bedarf an innovativen Partnerunternehmen und fördert deshalb auch i2b.

Dass die Mobilfunkbranche an den eigenen Erfolgen leidet, ist nicht der Fall, gibt Hannes Ametsreiter, Marketing-Vorstand des größten österreichischen Anbieters, Mobilkom, gerne zu. Aber teuer ist es dennoch, vorne mit dabei zu sein. "Der Noise-level ist in unserem Bereich noch sehr hoch", erklärt er im Gespräch mit dem STANDARD, "und da muss man mitmachen, um durchzudringen." Die Marketing- und Vertriebsbudgets gehen vor allem wegen der Preisstützungen für Handys in die Milliarden und allein für reine Werbung gibt die Mobilkom heuer rund 400 Millionen Schilling aus.

Das können nur finanzkräftige Unternehmen durchhalten und auch sie müssen ihre Kräfte auf wesentliche Bereiche konzentrieren. Ametsreiter: "Dass bereits 83 Prozent der Österreicher im Mobilfunk dabei sind, macht alles eng." Im Business-Segment hat die Mobilkom 60 Prozent Marktanteil und muss umdenken. "Dort starten die neuen Technologien und wir müssen immer mehr Lösungen für einzelne Kunden anbieten. Standardisierte Technologien reichen allein nicht mehr für den Verkaufserfolg."

Je virtueller der Markt wird, desto wichtiger werden dann die Marken, davon ist Ametsreiter überzeugt. Also konzentriert sich die Mobilkom auf das Einhalten der Verkaufsversprechen, und "operational excellence" im Kerngeschäft Sprachtelefonie. Darauf setzen dann der technologische Fortschritt und die Marktsegmentierung auf. Beim Mobilfunk ist die Nutzung beispielsweise stark abhängig vom Alter der Verbraucher und vom professionellen Hintergrund. Ametsreiter: "Daher geht es darum, aus dem Kauf- und Nutzungsverhalten ein Feedback zu filtern, das es uns ermöglicht, zusammenhängende Gruppen zu identifizieren und für diese Gruppen Produkte zu kreieren beziehungsweise dort Zusatzverkäufe zu tätigen.

Totale Mobilität

Zudem wird der Markt der mobilen Kommunikation immer bunter und divergenter, die Kundschaft wird immer mehr von Individualität und Spontanität geprägt - eine echte Chance für Unternehmensgründer. Ametsreiter gibt dazu ein Beispiel, das bereits Realität ist: Morgens nach dem Aufwachen könnte ein Mobilkom-Nutzer beispielsweise Lust auf Skifahren haben und am Handy die aktuellen Schneedaten der Skigebiete nachsehen. Danach kann er sich am Handy auch noch die Wegbeschreibung zum Lift besorgen, über eine Webcam feststellen, dass an der Kasse eine lange Schlage steht und deshalb das Ticket oder das Aufladen der Key-Card per Handy besorgen.

Wertschöpfungskette

Ametsreiter: "Hier kreuzt sich die technologische Entwicklung von GSM, GPRS und UMTS mit einem Konsumtrend und das wird zu ungeahnten gesellschaftlichen Umwälzungen führen. Unsere Aufgabe ist es, die Wertschöpfungskette, die hinter diesem Gesamtangebot steht, zu organisieren. Damit das alles funktioniert, braucht man Technologien, Geschwindigkeit und natürlich Sicherheit für alle Teilnehmer.

Gleichzeitig entstehen damit neue Chancen für neue Unternehmen, die damit Zugang zu 2,8 Millionen Kunden bekommen. Für Unternehmensgründer, so der Mobilkom-Marketingchef, ist es in erster Linie wichtig, zu definieren, in welcher Rolle im Rahmen der Wertschöpfungskette sie sich sehen wollen. Manche Dinge funktionieren zudem nur im regionalen Umfeld, andere, wie Spiele, sind mit relativ geringem Aufwand international umsetzbar. Wer selbst ins Endkundengeschäft gehen will, muss sich im Klaren sein, so Ametsreiter, dass inzwischen beim Aufbau einer Marke ein sehr hoher Kapitalbedarf entsteht. Wer sich dagegen in eine Wertschöpfungskette einfügt, braucht weniger Geld, ist aber abhängig von einem Netz. Die Mobilkom wünscht sich auf jeden Fall möglichst viele Partner, die für ihre Angebote das Netz des heimischen Marktführers nutzen wollen, um eigene Leistungen anzubieten. Der Businessplan-Wettbewerb i2b kann aus Sicht Ametsreiters einen wichtigen Beitrag zum Entstehen innovativer Unternehmensgründungen liefern. Sie könnten Teil einer österreichischen Erfolgsstory werden. Österreich habe in diesem Sektor wegen der hohen Penetrationsraten einen Vorsprung vor vielen Ländern. Weil es kaum noch Wachstum durch Neukunden geben könne, seien die Anbieter gezwungen, zusätzliche Erträge durch frühzeitige Einführung neuer Dienste zu erwirtschaften. Diesen Know-how-Vorsprung könne man dann international nutzen. (bra)

ideas to business
Die 3-teilige Serie entsteht mit finanzieller Unterstützung durch die Initiative "ideas to business"

Redaktion: Ernst Brandstetter

Registrierung und Information unter: www.i2b.at

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