Freundlicher Spion dringt zu allen XML-Geheimnissen vor

15. Jänner 2002, 11:39
posten

XML Spy bietet Rundum-Lösung für die Extensible Markup Language - Neue Version 4.2 mit erweiterter XSL-Unterstützung

XML gilt als das wichtigste Dateiformat der Zukunft. Wer heute am Computer mit einer Vielzahl von Dokumenten zu tun hat, kommt an der Extensible Markup Language nicht mehr vorbei. Umso erstaunlicher ist das geringe Angebot an einfach zu bedienender Software für das Erstellen und Bearbeiten von XML-Dokumenten. Zum Standardprogramm hat sich der XML Spy der österreichisch-amerikanischen Firma Altova entwickelt, der seit kurzem in der Version 4.2 vorliegt.

Kann gut gelesen werden

Zu den Vorzügen des XML-Formats gehört der Umstand, dass es von Menschen ebenso gut gelesen werden kann wie von Maschinen. Die Struktur des Dokuments - bei einem Adressenverzeichnis ist das etwa die Aufteilung der einzelnen Adressen oder Datensätze in Bestandteile wie Name, Vorname, Titel, Straße, Postleitzahl, Wohnort usw. - wird von XML mit vorher definierten Elementen erfasst, die in spitze Klammern gesetzt werden. Wer schon einmal den Quelltext einer Web-Seite angeschaut hat, kennt diese als "tags" bezeichneten Anweisungen für den Internet-Browser. Tatsächlich kommen XML und HTML, die Hypertext Markup Language als Web-Seiten-Standard, aus ein und derselben Familie.

Mit fast jedem Textverarbeitungsprogramm

Ein XML-Dokument kann mit fast jedem Textverarbeitungsprogramm erstellt werden. Ein schlichter Editor wie er zum Windows-Lieferumfang dazu gehört, ist für den Anfang gar nicht schlecht. Weil XML im Unterschied zu HTML aber sehr streng mit den genauen Bezeichnungen der Elemente ist, kommt es hier häufig zu Fehlern - die nur von einem speziellen Editor angezeigt werden können. Ein solches Werkzeug bietet sich auch für den Umgang mit komplexen XML-Dokumenten an.

e "Dokumententypdefinition"

Dabei ragt der XML Spy aus anderen Angeboten heraus. Wer noch nie etwas mit XML zu tun hatte, bekommt hier gleich einen Einführungslehrgang mitgeliefert. Das "Tutorial" erklärt, wie mit dem XML Spy ein "Schema" erstellt wird - dies ist gewissermaßen die Blaupause für eine bestimmte Gattung von XML-Dokumenten wie zum Beispiel ein Adressenverzeichnis. Der XML Spy kann auch mit der klassischen DTD umgehen - diese in der XML-Welt bisher noch weit verbreitete "Dokumententypdefinition" soll aber künftig vom Schema-Standard ersetzt werden.

Wird im Anschluss an das Schema eine darauf aufbauende XML-Datei erstellt, bietet der XML Spy ein tabellenähnliches Formular mit allen Strukturelementen an. Jetzt können die einzelnen Informationen bequem eingegeben werden, ohne dass man sich um die XML-Tags kümmern muss. Sofern es das Schema zulässt, können beliebig viele Datensätze hinzugefügt werden. Neben dieser Eingabemaske zeigt der XML Spy auf Wunsch auch die Code- oder Browser-Ansicht an.

Für die Darstellung im Browser sieht nacktes XML wenig attraktiv aus - mit Hilfe von XSL wird dem Dokument ein schickes Äußeres verpasst. Bei dieser Technik handelt es sich um eine Ergänzung, die den XML-Daten eine Formatierung zuweist, also zum Beispiel eine bestimmte Schriftart oder eine Farbe. Je nach Verwendungszweck wie Bildschirmausgabe, CD-ROM-Präsentation oder Druck lassen sich mit dem Programm verschiedene XSL-Dateien erstellen, die dem XML-Dokument übergestreift werden. Gerade beim XSL-Design weist die jüngste Version eine Reihe von Verbesserungen auf. So lassen sich jetzt etwa die Zeilen und Spalten einer Tabelle mit der Maus verändern, um das optimale Layout für ein XML-Dokument zu gestalten.

Preis

Mit einem Preis von 399 Dollar (447 Euro) richtet sich der XML Spy an die kommerzielle Kundschaft. Von der Web-Site des Herstellers kann das Programm aber heruntergeladen und kostenlos 30 Tage lang ausprobiert werden - diese Zeit reicht zumindest aus, um das XML-Tutorial zu absolvieren. (Von Peter Zschunke/AP)

Link

XML Spy

Share if you care.