Hernalser Hauptstraße: Allee zwischen "Sanierung" und "Kahlschlag"

15. Jänner 2002, 11:30
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Grüne protestieren gegen Baumfällungen

Die bevorstehende Schlägerung von insgesamt 185 Linden in der Hernalser Hauptstraße in Wien sorgt für Streit zwischen Grünen und SPÖ. Bezirksvorsteher Hans Mentschik (S) spricht von einer "Sanierung" zur Rettung der Allee. Um 109.000 Euro (1,5 Mill. S) würden neue Bäume gepflanzt. Die Grünen warnten dagegen vor einem "Kahlschlag" und setzten auf Aktionismus: Umweltsprecher Rüdiger Maresch bekränzte am Dienstag jene 43 Linden, die als Erste gefällt werden sollen, mit schwarzen Trauerschleifen.

Laut Grüne wären Bäume zu retten

Nach Ansicht der Grünen sind 74 Prozent der Linden gesund oder so leicht geschädigt, dass sie durch Bodenauflockerung, Düngung und Wasserzugabe gerettet werden könnten. Sie beriefen sich dabei auf das Ergebnis einer Begehung der Hernalser Hauptstraße mit einem Landschaftsökologen und appellierten in einer Aussendung an den "gesunden Menschenverstand": "Bäume, die bis Ende September grüne Blätter tragen, können nicht unrettbar geschädigt sein."

Bezirksvorsteher Mentschik will "Neues Grün"

Bei Mentschik stoßen diese Argumente auf wenig Verständnis. "Dass gerade jene politische Partei, die sich die 'Grünen' nennt, gegen die Entstehung von neuem Grün im Bezirk Amok läuft, ist verwunderlich, dass aber die unvermeidliche Entfernung kranker Bäume in demagogischer Art und Weise als 'Kahlschlag' bezeichnet und dadurch die Bevölkerung fehl informiert wird, ist ungeheuerlich", ärgerte sich der Bezirksvorsteher in einer Aussendung.

Wegen Überalterung und Umweltschäden würden immer mehr Bäume in der Hernalser Hauptstraße absterben, so Mentschik, der sich auf ein Gutachten der Magistratsabteilung 42 (Stadtgartenamt) beruft. Als Reaktion darauf habe der Bezirk die Sanierung beschlossen, und zwar als ersten Schritt zwischen Wattgasse und Gilmgasse entlang der geraden Hausnummern. Dabei würden im Frühjahr die Bäume in diesem Alleeabschnitt entfernt und das kontaminierte Erdreich abgegraben und entsorgt. Danach erfolgen die Verlegung der Randsteineinfassung, die Errichtung von Bewässerungsleitungen und die Pflanzung mit Haselnussbäumen. (APA)

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