Schwache Konjunktur bringt auch Möbelindustrie in Schwierigkeiten

15. Jänner 2002, 11:27
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Exportgeschäft als Retter in der Not

Köln/Linz - Den allgemeinen Konjunkturabschwung bekam im vergangenen Jahr auch die Möbelindustrie stark zu spüren. Derzeit müsse in der Branche von einer sehr schwierigen Situation gesprochen werden, betonte Heinrich Reinthaler, Geschäftsführer-Stellvertreter der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Oberösterreich, vor Journalisten auf der Internationalen Möbelmesse in Köln.

Probleme würden nach wie vor die Konzentration im Möbelhandel und Billigimporte - aus Osteuropa - bereiten, vor allem im Sitzmöbelbereich, so Reinthaler: "In Oberösterreich mussten sogar einige Betriebe geschlossen werden." Das zum Teil schwache Geschäft im Inland versuche man durch verstärkte Exportbemühungen zu kompensieren, erklärte der Geschäftsführer-Stellvertreter: "Mit teilweise beachtlichen Zuwächsen."

Gewisse Zurückhaltung seitens der Konsumenten

Es sei nach wie vor eine gewisse Zurückhaltung seitens der Konsumenten zu spüren - nicht zuletzt wegen des 11. September, sagte der Geschäftsführer des Rieder Naturmöbelherstellers Team 7, Georg Emprechtinger. Die Ereignisse haben offensichtlich die Kauflust allgemein gebremst. Er könne sich aber vorstellen, dass die Branche langfristig profitiere: "Die Leute haben noch Geld im Sack, das sie nicht fürs Reisen ausgegeben haben."

Zwölf der insgesamt 30 österreichischen Aussteller auf der weltgrößten Messe der Branche in Köln stammen aus dem "Möbelland" Oberösterreich. Was laut Reinthaler einmal mehr die Bedeutung des Landes ob der Enns unterstreiche. Nehme man doch im Bundesländervergleich sowohl beim Produktionsvolumen als auch bei den Beschäftigten bundesweit den ersten Platz ein.

Mehr als 1.500 Aussteller aus 50 Ländern präsentieren noch bis 20. Jänner ihre Produkte und Dienstleistungen auf einer Gesamtausstellungsfläche von knapp 300.000 Quadratmetern.(APA)

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