Wurde Ötzi rituell geopfert?

16. Jänner 2002, 16:54
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Neue Theorie eines amerikanischen Forschers zum Tod des Eismenschen

Washington/Bozen/Innsbruck - Der amerikanische Forscher Johann Reinhard hat eine neue Theorie über den Tod von "Ötzi" entwickelt. Es sei es gut möglich, dass der Jäger rituell geopfert wurde, heißt es in der Jännerausgabe der Zeitschrift National Geographic. Seine Annahme untermauert Reinhard damit, dass bei dem Skelett eine wertvolle Bronzeaxt sowie diverse andere Gegenstände gefunden wurden, die ein Mörder sicherlich mitgenommen hätte.

Auf die Theorie kam der Wissenschafter und Südamerika-Experte dadurch, dass dort rituelle Opfermorde weit verbreitet waren. Bisher waren österreichische und italienische Forscher davon ausgegangen, dass der Eismensch ein Reisender in der Bronzezeit war und starb, als er Schutz vor einem Sturm suchte. Im vergangenen Jahr hatten Röntgenbilder enthüllt, dass er von einem Pfeil in den Rücken getroffen wurde. "Es kann Mord gewesen sein. Oder ein rituelles Opfer" sagte Reinhard.

Ein Experte des Südtiroler Archäologischen Museums, in dem das Skelett derzeit aufbewahrt wird, sagte dem Magazin, dass "Ötzi" eventuell einfach vor dem Angreifer geflohen sein könnte. Zudem seien Pfeile keine wirksame rituelle Mordwaffe. (APA)

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