Jolo: 16 Tote bei Feuergefecht

16. Jänner 2002, 11:21
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US-Soldaten zur Terrorbekämpfung auf den Philippinen

Zamboanga/Manila - Bei einer wilden Schießerei zwischen Polizisten und Marinesoldaten sind auf der philippinischen Insel Jolo 16 Menschen ums Leben gekommen. Wie ein Militärsprecher am Dienstag mitteilte, begann das Feuergefecht, als ein Marinesoldat in Zivil bei einer Demonstration für einen festgenommenen Moslemführer von der Polizei verprügelt wurde, weil er eine Handgranate bei sich hatte. Andere Marinesoldaten kamen ihrem Kameraden später zu Hilfe und eröffneten das Feuer auf die Polizisten.

Bei der Schießerei wurden neun Marinesoldaten, drei Polizisten, drei Zivilisten und ein Armeesoldat getötet, weitere acht Menschen wurden verletzt. Die Armee mussten eingreifen, um die Gewaltakte unter den rivalisierenden Sicherheitskräften zu unterbinden.

Die Demonstranten hatten sich für den Moslemführer Nur Misuari eingesetzt, der wegen Anstiftung zur bewaffneten Rebellion auf Jolo im vergangenen November in Manila auf seinen Prozess wartet. Die Rebellion war von der Armee niedergeschlagen worden, wobei mehr als 100 Menschen getötet wurden. Auf Jolo haben moslemische Abu-Sayyaf- Rebellen immer wieder Geiseln genommen.

US-Soldaten zur Terrorbekämpfung auf den Philippinen

Die USA haben nach offiziellen Angaben erste Spezialeinheiten auf die Philippinen verlegt, um die philippinische Armee bei der Bekämpfung des Terrorismus zu unterstützen. Der philippinische Verteidigungsminister Angelo Reyes sagte am Dienstag, etwa zwei Dutzend US-Soldaten seien in der südphilippinischen Stadt Zamboanga eingetroffen. Bis Mitte Februar sollte das gesamte Kontingent von 160 Spezialkräften eintreffen. Sie sollen philippinischen Regierungsangaben zufolge als Berater und im Rahmen eines gemeinsamen Manövers tätig sein, sich an Kampfhandlungen selbst aber nicht beteiligen. Ziel der Militäraktionen sei die durch zahlreiche Entführungen bekannte Organisation Abu Sayyaf, der von den USA auch Verbindungen zum moslemischen Extremisten Osama bin Laden nachgesagt werden.

"Schulter an Schulter"

Das gemeinsame Manöver mit dem Code-Namen "Balikatan" ("Schulter an Schulter") habe formell am Dienstag begonnen und solle bis Juni laufen, sagte Reyes. Es könne aber auch bis Ende des Jahres verlängert werden. Schwerpunkt der Operationen sei auf der südphilippinischen Insel Basilan. Die US-Spezialeinheiten sollten von 500 Mann als Wartungs- und Versorgungspersonal unterstützt werden. Auf der Insel sind bereits seit Monaten rund 5.000 philippinische Soldaten stationiert, weitere Tausende befinden sich auf der Insel Jolo. Auf beiden Inseln sind Rebellen der Abu Sayyaf aktiv. (APA/Reuters)

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