USA lassen Rotes Kreuz zu afghanischen Gefangenen auf Guantanamo

15. Jänner 2002, 06:17
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Bisher 50 in Kuba eingetroffen

Washington - Nach scharfer Kritik an der Behandlung der afghanischen Gefangenen auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba hat die US-Regierung das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zu einer Inspektion eingeladen. Die IKRK-Vertreter würden im Laufe der Woche auf dem Stützpunkt mit den Gefangenen sprechen, sagte Pentagon-Sprecherin Victoria Clarke am Montag in Washington. Die USA haben auch der britischen Regierung den Zugang zu einem britischen Gefangenen gewährt, der auf Guantanamo festgehalten wird. Washington kam damit einem Gesuch Londons nach, wie ein Sprecher von Downing Street am Montag in London mitteilte.

Die ersten 20 Gefangenen waren am vergangenen Freitag auf dem Stützpunkt eingetroffen. Sie waren in Kandahar in Afghanistan aneinander gekettet und mit Kapuzen über den Köpfen ins Flugzeug gebracht worden. Auf dem Stützpunkt sind sie in einzelnen, zwei mal zwei Meter großen Drahtverschlägen mit Wellblechdach untergebracht. 30 weitere Gefangene erreichten am Montag Abend Guantanamo. Insgesamt soll dort Platz für 2.000 Gefangene geschaffen werden. Ihr rechtlicher Status war nach Angaben des Pentagon weiterhin unklar. Die USA hatten angekündigt, den Inhaftierten nicht die Rechte von Kriegsgefangenen zuzugestehen. (APA/dpa)

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