Bürgermeister von Cluj droht Ungarnstämmigen mit Entlassung

14. Jänner 2002, 21:59
posten

Falls sie Ausweis auf Grund des ungarischen Statusgesetzes beantragen

Budapest - Der Bürgermeister der siebenbürgischen Stadt Cluj-Napocas (Klausenburg/Kolozsvar) , Gheorghe Funar, drohte seinen Mitarbeitern mit Entlassung, falls sie auf Grund des ungarischen Statusgesetzes Ausweise beantragen, mit denen sie in Ungarn gewisse Vorteile genießen würden. Funar ist für seine Ungarnfeindlichkeit bekannt.

Funar begründete seine Entscheidung damit, dass all Ungarnstämmigen mit dem Erhalt des Ungarn-Ausweises die Doppelstaatsbürgerschaft erhalten. Als Doppelstaatsbürger dürften sie aber keine Stellen im öffentlichen Dienst einnehmen.

Janos Boros, stellvertretender Bürgermeister von Klausenburg, bezichtigte Funar des "groben Gesetzesverstosses", wenn er diese Massnahme durchführe, die "keinerlei Gesetzesgrundlage" habe. Die Androhung von Entlassungen bezeichnet Boros als "Einschüchterung mit Propagandaziel", gegen die "leider der Grossteil der rumänischen Poitiker nicht protestieren wird". Da der Vizebürgermeister durch Funar nicht entlassen werden kann, würde ihm in einem solchen Fall das Betreten des Rathauses verboten . Unterstützung bei seiner Aktion erhielt Funar von der Landesgewerkschaft der Beamten namens Civitas. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    In Cluj kommt es seit Jahren zu Ausschreitungen. Das Bild zeigt einen rumänischen Nationalisten auf einer Demonstration gegen Minderheitenrechte im Februar vergangenen Jahres

Share if you care.