WHO will ihre Pocken doch noch behalten

14. Jänner 2002, 21:31
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Angekündigte Vernichtung der "letzten" Viren-Stämme verschoben

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation WHO will Vernichtung von Pocken-Beständen verschieben. Bevor die Bestände zerstört werden, sind nach Auffassung der WHO weitere Forschungen notwendig. Die Viren werden demnach nicht wie ursprünglich geplant in diesem Jahr vernichtet.

WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland schlug am Montag zu Beginn der Sitzung des Exekutivrates der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor, die Forschungsarbeiten fortzusetzen. Diese sollten "offen und transparent" durchgeführt werden, forderte Brundtland in Genf weiter. Zur Beschränkung der bestehenden Bestände würden zudem regelmäßige Sicherheits-Inspektionen der Labors sowie der Forschungseinrichtungen durchgeführt.

In den richtigen Händen?

Die USA verstärkten ihre Bestände an Pockenimpfungen seit den Terroranschlägen vom 11. September aus Furcht vor einem B-Terrorismus. Die einzigen bekannten Kulturen von Pockenviren werden in Labors in den USA und in Russland unter strikten Sicherheitsvorkehrungen gelagert.

Selbst wenn das Wiederauftreten des Virus infolge terroristischer Handlungen unwahrscheinlich erscheint, stellt dies eine große Gefahr dar. Denn die Menschen sind nicht mehr gegen Pocken geimpft, seit die Krankheit 1970 weltweit als ausgerottet gilt. (APA/sda)

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    Die Auswirkungen des Virus

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