UNO fordert Schonung von Zivilisten

14. Jänner 2002, 20:40
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Annan hofft weiter auf erneute Friedensverhandlungen

New York - Angesichts der akuten Gefahr des erneuten Kriegsausbruchs in Kolumbien hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan die Rebellen und die Regierung des südamerikanischen Landes aufgefordert, wenigstens den Schutz der Zivilbevölkerung zu garantieren. Nach Telefongesprächen mit Regierungschefs mehrerer Länder der Region und Kolumbiens Präsidenten Andres Pastrana habe der UNO-Generalsekretär jedoch noch nicht alle Hoffnungen auf erneute Friedensverhandlungen aufgegeben, erklärte am Montag dessen Sprecher Fred Eckhard in New York.

Annan appelliere dringend an die Konfliktgegner, auch nach dem Zusammenbruch des Friedensprozesses nach Möglichkeiten für Verhandlungen zu suchen. Der UNO-Sondergesandte James LeMoyne halte sich auf Wunsch beider Seiten weiterhin in der Region auf und stehe ebenso wie Vertreter benachbarter Länder und der Katholischen Kirche für Vermittlungsmissionen zur Verfügung. Falls es dennoch zum Ausbruch von Kampfhandlungen komme, müssten Zivilisten unbedingt geschont werden.

Am Wochenende hatten sich fast alle Hoffnungen auf ein Ende des seit fast 40 Jahren anhaltenden bewaffneten Konflikts zerschlagen. Die größte Rebellen-Organisation des Landes, die "Revolutionären Streitkräfte" (FARC), hatte den Friedensprozess am Sonntagabend (Ortszeit) für "definitiv beendet" erklärt. Die kommunistische Gruppe reagierte damit auf eine ultimative Forderung von Präsident Pastrana zur Einstellung aller Feindseligkeiten. (APA/dpa)

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