Die Brache bleibt weiter leer

14. Jänner 2002, 19:37
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Neben dem Semperdepot wird frühestens im Herbst gebaut

Wien - Im Herbst soll gebaut werden. Da ist Gerhard Buresch, Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), sicher. Auch wenn er "aus heutiger Sicht" hinzuzufügt: Aus dem Kabinett von Wirtschaftsminister Martin Bartensetin (VP) habe man signalisiert, dass es Geld und den Willen, es zu investieren, gäbe: "Wir werden die Pläne für den Neubau der Chemie der TU blitzartig zur Baureife entwickeln."

Derzeit ist davon nicht viel zu sehen. Dort, wo der 36,34 Millionen EURO (500 Mio Schilling) teure, rund 13.000 m² große Institutsneubau binnen zwei Jahren in die Höhe gezogen werden soll, gähnt eine große, öde Leerfläche: An die Brache zwischen der TU am Getreidemarkt und dem Semperdepot in der Lehargasse im sechsten Bezirk hat man sich schon gewöhnt. Im Frühjahr 2001 wurde der Altbau abgerissen, ein Neubau angekündigt, eine Zwischennutzung in Aussicht gestellt - dann war Funkstille.

Zwischenlösungen kamen nicht zustande. Ein von Mariahilfs VP erhoffter Busparkplatz hätte die unter dem Gelände liegende Garage zerquetscht. Außerdem, so die nunmehrige SP-Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann, wolle niemand Busse in den schmalen Gassen.

Dafür, dass auch andere Lösungen nicht realisiert worden seien, macht sie das nicht gerade rasende Interesse der Liegenschaftseigner verantwortlich: Der Vorschlag eine Eventfläche samt Gastronomie zu errichten wäre Anfang Dezember erneut abgelehnt orden. So wie das Konzept, den Platz als kulturelle Verbindungsstation zwischen der Region Naschmarkt/ Karlsplatz und dem Museumsquartier zu nutzen.

BIG-Chef Buresch sieht das anders: Interesse an Zwischenlösungen habe es gegeben, aber "einen Investor zu finden, der für ein par Monate da etwas hinstellt", wäre illusorisch. Drum bleibt der Platz bis auf weiteres was er ist: Leer. (DER STANDARD, Print, 15.1.2001)

Thomas Rottenberg
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