Vermittler bemühen sich um Lösung in letzter Minute

14. Jänner 2002, 19:01
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UNO-Sondergesandter James LeMoyne will Wiederaufnahme der Friedensgespräche erwirken

Bogota - Kurz vor Ablauf eines Ultimatums der kolumbianischen Regierung an die FARC-Rebellen haben sich internationale Vermittler unter Hochdruck um eine Rettung des Friedensprozesses bemüht. Der UNO-Sondergesandte James LeMoyne sprach am Montag in der Sicherheitszone im Süden des Landes erneut mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC), um eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche in letzter Minute zu erwirken. Der Friedensbeauftragte der Regierung, Camilo Gomez, brach mit Unterhändlern aus zehn Staaten in die entmilitarisierte Zone auf.

Falls es ihm und den anderen internationalen Vermittlern gelinge, die FARC zu Zugeständnissen an die Regierung zu bewegen, müssten beide Seiten den Dialog unverzüglich wieder aufnehmen, forderte UNO-Vertreter LeMoyne. Nach seinen Angaben sollten auch Kirchenvertreter an den Verhandlungen in letzter Minute teilnehmen. Neben der UNO vermitteln in Kolumbien Vertreter Frankreichs, Spaniens, Italiens, Schwedens, Norwegens, der Schweiz sowie aus Kanada, Kuba, Mexiko und Venezuela.

Im Kern des Streits zwischen Regierung und der größten Guerilla-Organisation Südamerikas steht die entmilitarisierte Sicherheitszone, die etwa die Größe der Schweiz hat. Die Rebellen verlangen ein Ende der militärischen Kontrollflüge über das Gebiet, was die Regierung jedoch strikt ablehnt. Sie wirft den Guerilleros vor, die Schutzzone zum Drogenhandel und zum Verstecken von Geiseln zu nutzen. (APA/AP)

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