Porsche Austria fährt allen davon

16. Jänner 2002, 12:14
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Über 35 Prozent Marktanteil der VW-Konzernmarken in Österreich

Salzburg - Ein Neuzulassungs-marktanteil von 35,1 Prozent, weitere deutliche Zugewinne bei Skoda und Audi, knapp 20 Prozent Marktanteil von Volkswagen: Porsche Austria, Importeur der VW-Konzernmarken (VW, Audi, Skoda, Seat) sowie Porsche, war im Vorjahr mit Vollgas unterwegs. Trotz eines um 4,8 Prozent auf rund 294.000 Autos rückläufigen Marktes habe man auch absolut mehr Fahrzeuge abgesetzt als im Rekordjahr 2000, gibt sich Porsche-Austria-Geschäftsführer Hellmaier im STANDARD-Gespräch "hoch zufrieden". Unter den zehn meistverkauften Pkw sind nicht weniger als sechs aus der VW-Welt.

Konstanter Gesamtmarkt

Für heuer rechnet Hellmaier mit einem konstanten Gesamtmarkt, das Geschäft sollte in der zweiten Jahreshälfte anziehen. Es werde nicht leicht sein, den hohen Marktanteil zu halten, aber man habe viele neue Modelle im Köcher. Audi etwa solle 2002 von zuletzt 5,6 Prozent auf sechs Prozent weiterwachsen, und das Interesse an der neuen Luxuslimousine Phaeton sei schon im Vorfeld beachtlich, berichtet Hellmaier. Understatement komme wieder gut an, man trage "Nerz innen, Loden außen".

Schwer zu wiederholen sei wohl auch der Erfolg von Skoda, weshalb man dort jetzt auf Konsolidierung setze. Die Tschechen genehmigten sich 6,2 Prozent vom Kuchen - ungefähr so viel wie Mazda, Mitsubishi und Nissan zusammen -, in der EU einmalig und Nummer fünf im heimischen Markenranking. Überraschend sei auch die Entwicklung des Käuferverhaltens seit dem 11. September, sagt der Porsche-Austrianer. "Imagemäßig starke Marken legen zu, schwache verlieren." Übel hat es Opel, Fiat, Koreaner und Japaner (außer Toyota) erwischt - die Asiaten fielen auf Werte von Anfang der 70er-Jahre zurück. "Die haben keinen Preisvorteil mehr und oft eklatante Schwächen im Vertrieb", analysiert Hellmaier.

Modelloffensive in Fernost

Dennoch wäre man schlecht beraten, die Japaner nicht ernst zu nehmen, weist der Manager auf bevorstehende Modelloffensiven aus Fernost hin. "Vor allem die Potenz von Toyota ist enorm." Nissan stelle hingegen gerade das Vertriebsnetz um - die Autohandelskette Tarbuk verlor die Importeursagenden, Nissan Europe macht das seit Jahresanfang selbst - und es steht in den Sternen, wann und ob die Vertriebsschienen mit Nissan-Partner Renault zusammengelegt werden.

Apropos Renault: Die Erfolgsaussichten der Oberklassemodelle Avantime und Vel Satis schätzt Hellmaier nicht extrem hoch ein, es sei aber sympathisch, dass die Franzosen sich "ein markantes neues Designprofil verpassen". (Andreas Stockinger, DER STANDARD, Printausgabe 15.1.2002)

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