Kampfhandlungen nehmen zu

14. Jänner 2002, 18:43
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Militär rückt auf Guerilla-Enklave vor

San Vincente/Bogotá - Immer mehr Kampfhandlungen in Kolumbien: Truppen der Guerillagruppe Farc griffen laut Angaben der kolumbianischen Armee Sonntagabend ein Dorf in der Region Narino im Südosten des Landes an. Dabei seien vermutlich zwei Polizisten getötet worden. Erst tags zuvor waren bei der Explosion einer Autobombe 13 Personen verletzt worden, gleichzeitig hatte sich die Farc Gefechte mit den rechtsgerichteten Paramilitärs geliefert. Wie berichtet, fürchtet die Zivilbevölkerung bei einem Scheitern des Friedensprozesses ein Blutbad.

In der Nacht zum Montag bereitete sich die Armee auf eine Großoffensive auf das Autonomiegebiet der Farc vor. Weitere 12.000 Soldaten rückten auf die Enklave vor, in der sich rund 17.000 Farc-Kämpfer befinden sollen. Zuvor waren schon 13.000 Soldaten an der Grenze des Gebietes stationiert worden. Kolumbiens Präsident Andrés Pastrana hat den Rebellen eine Frist bis Dienstag, 3.30 Uhr MEZ gesetzt, bis zu der sie entweder ihr Gebiet verlassen oder seinen Forderungen nachkommen sollen: ein Waffenstillstand und ein Ende aller Entführungen. Der UNO-Sondergesandte für Kolumbien, James Lemoyne, sah wenig Chancen auf eine Rettung des Friedensprozesses. (DER STANDARD, PRint vom 15.1.2002)

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