Sierra Leone: Rebellen erklären Bürgerkrieg für beendet

14. Jänner 2002, 20:08
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Revolutionäre Vereinigte Front bereitet sich auf Wahlen im Mai vor

Freetown/Nairobi - Die Rebellenorganisation RUF hat am Montag den seit über zehn Jahren geführten Bürgerkrieg in Sierra Leone für beendet erklärt. Ein Sprecher der RUF (Revolutionäre Vereinigte Front) sagte dem britischen Sender BBC weiter, seine Bewegung bereite sich nun auf die am 14. Mai geplanten freien Wahlen in dem westafrikanischen Land vor. Zwar seien einige RUF-Kommandanten besorgt über das Schicksal ihres inhaftierten Führers Foday Sankoh, doch werde die RUF deswegen den Bürgerkrieg deswegen nicht wieder beginnen. Sie hoffe auf ein faires Gerichtsverfahren.

Die UNO-Mission in Sierra Leone (UNAMISIL) hatte bereits am Wochenende ein Ende der Kampfhandlungen verkündet. Eine Sprecherin der UNO-Mission sagte am Montag, alle an den Kämpfen Beteiligten seien entwaffnet worden. Insgesamt handelt es sich nach UNO-Angaben um 45.000 Mann, von der Hauptstadt Freetown bis hin zum diamantenreichen Osten des Landes. Dennoch wurden in Sierra Leone noch Befürchtungen laut, dass Milizionäre sowohl der RUF als auch der regierungsfreundlichen Bürgerwehr (CDF) die Kämpfe wieder aufleben lassen könnten.

47.596 Kämpfer entwaffnet

Seit dem Ende des Bürgerkriegs in Sierra Leone vor mehr als zehn Jahren sind nach UNO-Angaben 47.596 Kämpfer entwaffnet worden. Darunter seien auch zahlreiche Kinder-Soldaten, sagte ein Sprecher der UNO-Mission MINUSIL, die den Entwaffnungsprozess überwachte. Die Waffenabgabe sei damit abgeschlossen. Nähere Angaben zu den eingesammelten Waffen und zur Beteiligung verschiedener Bürgerkriegsparteien an der Entwaffnung wurden nicht gemacht. Anfang Jänner hatten bereits mehr als 17.000 Kämpfer der Rebellenorganisation RUF sowie 26.000 Angehörige von regierungstreuen Milizen ihre Waffen abgegeben.

Bei dem von 1991 bis 2000 währenden Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land kamen mindestens 200.000 Menschen ums Leben. Die UNO gab jüngst grünes Signal für ein Kriegsverbrechertribunal, mit dem Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der Auseinandersetzungen geahndet werden sollen. (APA/dpa)

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