BSE: Bayern-Rindfleisch durch "Pfusch" im Handel?

14. Jänner 2002, 16:52
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In Schleswig-Holstein neue Fälle aufgetaucht

München - In Bayern ist möglicherweise fehlerhaft auf BSE getestetes Rindfleisch in den Handel gelangt. Nach Angaben des Verbraucherministeriums wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

"Ungereimtheiten" in 270 Fällen

Im Visier ist das Labor-Unternehmen Milan aus Passau. Es hatte über ein nicht zugelassenes Zweig-Labor 39.500 BSE-Tests machen lassen. In 270 Fällen soll es Ungereimtheiten gegeben haben, so dass nicht eindeutig geklärt war, ob die Rinder BSE-infiziert waren.

Nach Angaben des Ministerium vom Montag ist nicht auszuschließen, dass es bei den Tests "Pfusch" gegeben habe. Dem Zweig-Labor hatte keine Genehmigung für BSE-Tests. Der Betrieb wurde jetzt untersagt.

Fleisch in Nordbayern auf dem Markt

Nach bisherigen Ermittlungen gelangte das unsachgemäß überprüfte Rindfleisch hauptsächlich in Nordbayern auf den Markt. Ob tatsächlich BSE-infiziertes Fleisch verkauft wurde, ist unklar. Das Ministerium verwies auf zusätzliche Schutzmaßnahmen wie die Verbesserung der Schlachtmethoden und die Entfernung von BSE-Risikomaterial.

140 Fälle insgesamt

Das Unternehmen war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. Der Ministeriumssprecher sagte, das mittelfränkische Labor habe zunächst angegeben, nur Test-Probeläufe für die Passauer Firma vorgenommen zu haben, nachdem die Regierung Mittelfrankens im Dezember die fehlende Lizenz bemängelt hatte. Das Ministerium versuche derzeit, so weit möglich das Fleisch aus dem Verkehr zu ziehen.

Seit Dezember 2000 wurden nach amtlichen Angaben in Bayern insgesamt 790.000 Rinder auf die Tierseuche untersucht. Dabei wurden etwa 60 Mal BSE-Erreger nachgewiesen. Damit stieg die Gesamtzahl der in Deutschland registrierten Rinderwahnsinn-Erkrankungen auf 140. (APA/dpa/Reuters)

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