"Kalenderstreit" in der Türkei

14. Jänner 2002, 14:14
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Staatsanwalt ermittelt wegen Kalenders mit kurdischen Monatsnamen

Ankara - Wegen eines Kalenders mit kurdischen Monatsnamen ermittelt die Staatsanwaltschaft in der südosttürkischen Stadt Hakkari gegen 15 örtliche Führungsmitglieder der prokurdischen Partei Hadep. Wie die liberale Tageszeitung "Radikal" am Montag berichtete, werden sie der Propaganda und der Unterstützung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) beschuldigt.

"Während für den geplanten EU-Beitritt der Türkei konkrete Schritte für muttersprachlichen Unterricht sowie Radio- und Fernsehsendungen nötig sind, wird in Hakkari ein Verfahren wegen eines Kalenders eingeleitet, dessen Monatsnamen in Englisch, Türkisch und Kurdisch gedruckt sind", heißt es in dem Blatt.

Ein Anwalt bezeichnete das Vorgehen der Staatsanwaltschaft als ungesetzlich. Sprechen und Schreiben in Kurdisch sei vor der Verfassungsänderung nicht strafbar gewesen "und ist es auch jetzt nicht." Nach der im vergangenen Herbst verabschiedeten Verfassungsreform sollen künftig auch Rundfunk- und Fernsehsendungen in Kurdisch erlaubt werden. Allerdings sind dafür die entsprechenden Gesetze noch nicht geändert worden.(APA/dpa)

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