Sudan: Ringen um Frieden hat begonnen

14. Jänner 2002, 17:27
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Geheimes Treffen zwischen Rebellen und Regierung in der Schweiz

Genf - In der Schweiz haben Verhandlungen zwischen der sudanesischen Regierung und der südsudanesischen Rebellenarmee SPLM/SPLA über einen begrenzten Waffenstillstand begonnen. Bei den einwöchigen Gesprächen gehe es in erster Linie um einen Waffenstillstand in den Nuba-Bergen, sagte die Sprecherin des schweizerischen Außenministeriums, Daniela Stoffel, am Montag in Bern.

In die Lösung des seit 19 Jahren währenden Bürgerkrieges haben sich erstmals auch die Vereinigten Staaten als Vermittler eingeschaltet. Gemeinsam mit der Schweiz übernahmen sie die Schirmherrschaft über die Gespräche.

Im Interesse ungestörter Verhandlungen werden nach den Worten Stoffels weder der Verhandlungsort noch die Namen der Teilnehmer genannt. Nach Angaben der SPLM/SPLA aus Nairobi sollen sie in Genf stattfinden. Zu den technischen Vorbereitungskomitees soll nach Angaben aus der sudanesischen Regierung im Laufe der Woche der Präsidentenberater für Friedensangelegenheiten und frühere Informationsminister, Ghasi Salahuddin, stoßen. Die SPLA-Delegation soll vom Führungsmitglied Nial Deng Nial geleitet werden.

Im Südsudan herrscht seit 1983 Bürgerkrieg zwischen dem moslemisch-arabischen Norden und dem schwarzafrikanischen christlich- animistischen Süden. In dem Konflikt sind bisher schätzungsweise zwei Millionen Menschen ums Leben gekommen.

In den Nuba-Bergen brach der Bürgerkrieg 1985 aus. Die im Zentralsudan gelegene, schwer zugängliche Region ist rund 50.000 Quadratkilometer groß. Knapp 1,5 Millionen Bewohner sprechen mehr als 50 Sprachen und Dialekte.

Die Nuba-Berge sind in dem Bürgerkrieg gespalten in Rebellengruppen, die immer wieder Allianzen mit der SPLA gebildet haben, und anderen Gruppen, die mit der Regierung in Khartum paktieren. Menschenrechtsorganisationen haben wiederholt die moslemische Regierung in Khartum für das Niederbrennen von Dörfern, die Tötung und Zwangsumsiedlung Zehntausender von Nuba sowie ethnische Säuberungen verantwortlich gemacht. Die Regierung von Präsident Omar Hassan el Bashir hat dies stets bestritten.

Die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) von John Garang fordert unter anderem eine weit reichende Autonomie für die Südprovinzen, eine Trennung von Religion und Staat, die Aufhebung der islamischen Rechtsprechung, der Scharia, im Landessüden sowie eine gerechte Verteilung der Erdöleinnahmen. (APA/dpa)

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