"Superwellen" können Öltanker versenken

14. Jänner 2002, 14:50
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36 Meter hohe "Freak Waves" für Zerstörung von mehr als 200 Öltankern und Container- Schiffen verantwortlich gemacht

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London - Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin behaupten, dass "Superwellen" in der Höhe von 36 Metern für das Verschwinden von mehr als 200 Öltankern und Container-Schiffen in den vergangenen 20 Jahre verantwortlich sind. Ozeanographen der Technischen Universität Berlin haben dafür eigens eine computergestützte hydraulisch-betriebene Wellenmaschine entwickelt. In einem Spezialtank rekonstruierten sie einen Seegang, der ein 180 Meter langes Schiff in zwei Hälften brach. Bis jetzt ist es Wissenschaftlern und Meeresforschern nicht gelungen, den exakten Ursprung der gigantischen Wellen zu klären.

"Erstmals wurde in einem Wellenexperiment nachgewiesen, dass Monsterwellen physikalisch möglich sind und tatsächlich existieren", sagte der Leiter des Wissenschaftsteams, Günther Clauss. Für die Schiff- und Ölindustrie sei das Ergebnis ein Durchbruch, da nun mit dem Design von Strukturen begonnen werden könnte, das diesen Wellen widersteht.

Foto: TU Berlin

Derart hohe Wellen entstehen bei Sturm, wenn langsam bewegende Wellen von folgenden schnelleren Wellen aufgefangen werden. "Die Wellen stapeln sich übereinander", erklärte Clauss. Das Ergebnis seien beinahe vertikale Wasserwände, die in einer Höhe von rund 37 Metern brechen. Die explodierende Welle war in dem Test so mächtig, dass sie sogar durch die Decke des Gebäudes, in dem sich der Tank befand, durchbrach, so Clauss weiter.

Die Forschungen sollen Schiffsarchitekten in ihren Bemühungen, gegen derartige Wellenkräfte widerstandsfähige Schiffe und Ölplattformen zu konstruieren, unterstützen. Zudem hofft das Team auf die Entwicklung eines speziell designten Radars, das vor einem Meereszustand, der zu einem Monster-Wellen-Phänomen führt, warnt. (pte)

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