Influenza: Ältere Menschen besonders bedroht

14. Jänner 2002, 12:14
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Wien - Die "echte" Grippe ist vor allem für ältere Menschen lebensgefährlich, warnen die Experten: Während einer Influenza-Welle steige die Sterblichkeitsrate bei über 60-jährigen Österreicherinnen und Österreichern deutlich an. Deshalb sollten sich zumindest alle Senioren impfen lassen.

Das traurige Faktum der stark vermehrten Sterblichkeit älterer Menschen ergab auch eine erst vor kurzem durchgeführte Analyse: Die Statistik Österreich hat im Auftrag der Arge Influenza eine Sonderauswertung der wöchentlichen Sterbezahlen durchgeführt. Dabei wurde die Anzahl der im Jahr 2000 pro Woche Verstorbenen unter 60 Jahre mit jener der Verstorbenen über 60 Jahre verglichen.

Sterberate bei über 60-Jährige steigt

In der Gruppe unter 60 war kein Anstieg während der Influenza-Welle feststellbar. Bei den über 60-Jährigen nahm die Anzahl der Todesfälle von durchschnittlich 1.200 pro Woche während des Jahres auf 1.600 während der Grippewelle zu.

"Während der neun Wochen dauernden Influenza-Welle 2000 betraf die Übersterblichkeit somit 3.600 ältere Menschen", so die Experten. Der Zeitraum korreliere mit den Virusnachweisen aus dem Diagnostischen Influenza-Netzwerk Österreichs des Instituts für Virologie der Universität Wien.

Vorsorgemaßnahme: Impfen

Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist die Impfung: Allerdings ist derzeit in Österreich nur knapp ein Drittel der über 60-Jährigen gegen Influenza immunisiert. Daher sei auch bei zukünftigen Epidemien mit einer höheren Anzahl von Todesfällen zu rechnen, falls die Durchimpfungsrate nicht deutlich angehoben wird.

Die Impfung sollte für über 60-Jährige obligatorisch sein, empfiehlt die Arge Influenza. Sie schütze ältere Menschen zumindest vor der schweren Verlaufsform der Erkrankung, das bewiesen zahlreiche internationale Studien. Auch Personen, die mit älteren Menschen, chronisch Kranken und Säuglingen in einem Haushalt leben, sollten sich unbedingt impfen lassen, um diese nicht zu infizieren.

Weitere Zielgruppen

Weitere Zielgruppen der Influenza-Impfung: chronisch kranke Kinder, Jugendliche und Erwachsene; Schwangere, Personen in Spitälern, in ärztlichen Ordinationen, in Alters- und Pflegeheimen, Personen im öffentlichen Dienst wie Exekutive, Rettungsdienste, Feuerwehr und Personal von Post und Bahn. Die Impfung sei darüber hinaus für jeden sinnvoll und geeignet, der sich selbst schützen und andere nicht infizieren will. (APA)

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