Das trägt "Mann" im Herbst/Winter 2002/03

15. Jänner 2002, 10:59
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Karos, Gothic, Strenesse
Mit dem Debüt des Italieners Roberto Menichetti als Designer für Cerutti wurden die internatialen Modedefilees für Herbst/Winter 2003 eröffnet.

Roberto Menichetti entstaubte die letzten Jahre die englische Traditionsmarke Burberry und löste damit einen weltweiten Karo-Boom aus. Nach dem Rückzug des Firmengründers Nino Cerruti ist nun Menichetti an der Reihe.

53 Laufstegshows werden bis Donnerstag inszeniert und es sind die ersten Kollektionen die unter dem Eindruck des 11. Septembers entstanden. Es ist auch ein Versuch, die damit verbundene Tiefstimmung in der Luxus-Industrie zu beseitigen.

Gabriele Strehle hat es geschafft und feierte die Weltpremiere für ihre Herrenkollektion. Sie präsentierte am Sonntag bei den Männer-Modeschauen in Mailand ihre erste Kollektion "für Ihn" - Strenesse Gabriele Strehle. Das Motto der Designerin dazu: "Ich mache keine modische Herrenkollektion, ich mache Mode für Männer". Ausgehend vom Hosenanzug entwarf Strehle eine 200-teilige Sportswearkollektion, die zum Beginn an 100 selektive Shops weltweit verkauft werden soll.

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Neil Barrett, ein junges Designlabel mit internationalem Verkauf, zeigte in den Showrooms erstmals eine volle Schau. Verstärkte Aufmerksamkeit werden sicher auch die Shows vom Gay-Lieblingslabel DSquared auf sich ziehen.

Für ein gewisses Amusement sorgte dagegen Vivienne Westwood. Ihre Kollektion lies die Models mitunter richtig dümmlich aussehen. Pullis wirkten viel zu klein und eingelaufen, Jacken und Mäntel dagegen waren zu groß geschnitten, die Wollcapes könnten etwas an den Elbenmantel aus dem "Herr der Ringe"-Kinohit erinnern. Die kleinen, schrägen "Jägerhütchen" oder Kopftücher sind doch eher nur als Stylingelement für die Schauen gedacht. Ernsthaft setzte die britischen "Grande Dame" der Modeszene Karos groß in Szene.

Immer besser wird Scott Fellows. Der Designchef von Bally zeigte einen gelungenen Mix aus Strick, Pelz und Leder, Wolle und Baumwolle für Hüfthosen, Mäntel, Streifhemden und Schnürstiefel in den Hauptfarben Schokobraun, Kalk, Marine und Taupe. Als Accessoires kommen dicke lange Wollschals - so breit wie Ponchos. Riesige Zweitages-Reisetaschen sowie eckige Beuteltaschen, die unter dem Sakko seitlich getragen werden erregten die Aufmerksamkeit.

Dolce & Gabbana setzte Akzente mit den Supermodels Naomi Campbell und Eva Herzigova. Die Kollektion für "Ihn" gab sich züchtiger: Norwegerpullover und -Jacken in Winterweiß und Braun, Kordmäntel in Schokobraun, Tweedmäntel und Blazer in Braun und Grau, Strickjacken mit Lederpatches wie vom Opa, Lammfelljacken, kragenlose Hemden und knöpfbare Langarmshirts, die an Pyjamas erinnern.

Versace huldigt der Sportswear jede Menge Beanies & Hoodies (Strickmützen der HipHopper und Kapuzen) waren zu sehen. Zudem setzt Designerin Donetalla auf Logomanie und bringt "La Medusa" (Hausmarkenzeichen) und "Versace" in riesigen Gothic-Lettern auf den Rücken von Lederjacken, Sweatern, als Druck bei Hemden und sogar als Deko-Element beim Reisegepäck an. Schwarz, Grau, Navy, Rot und Winterweiß dominieren die Farbpalette.

APA/kath

PS: Calvin Klein zeigt Heimatverbundeheit und hat sich für New York entschieden; sein Landasmann Ralph Lauren hingegen, präsentierte zum ersten Mal in Mailand.

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