Siemens: Panzer-Sparte soll abgestoßen werden

14. Jänner 2002, 10:42
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Bereits Gespräche mit Interessenten für 49-Prozent-Paket an Krauss-Maffei

München - Der Technologiekonzern Siemens will sich nach Angaben von Vorstandschef Heinrich von Pierer bis Ende des Jahres von seiner Minderheitsbeteiligung an dem Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) trennen. "Es gibt keinen Handlungsdruck, aber wir hoffen, dass wir uns bis Ende 2002 von diesem Geschäft getrennt haben", sagte von Pierer der "Financial Times" (Montagsausgabe). Es gebe bereits Gespräche mit Übernahmeinteressenten für den 49-Prozent-Anteil an KMW. Ein Siemens-Sprecher ergänzte, der Konzern wolle die Beteiligung "im Konsens mit dem Mehrheitseigentümer", der Kasseler Wegmann GmbH, verkaufen. Zu einem ausdrücklichen Mitspracherecht von Wegmann wollte er sich jedoch nicht äußern.

Wegen der verteidigungspolitischen Relevanz sei auch die deutsche Regierung über die Verkaufspläne informiert. "Wir müssen die politische Dimension ins Kalkül ziehen", sagte der Sprecher weiter. "Wir müssen den richtigen Partner finden. Wir können den KMW-Anteil nicht einfach verkaufen, beispielsweise durch eine Bieterauktion", sagte von Pierer der Zeitung.

Im paket übernommen

KMW stellt den Bundeswehr-Kampfpanzer "Leopard II" her, der auch exportiert und in verschiedenen Ländern in Lizenz gebaut wird. Siemens war Krauss-Maffei mit der Maschinenbausparte Atecs von Mannesmann zugefallen. Der Konzern hatte aber von Anfang an erklärt, sich von diesem Geschäft trennen zu wollen. Nach dem Bericht ist Anfang des Jahres eine Verkaufssperre abgelaufen.

Konkrete Interessenten für die Beteiligung an KMW wollte der Siemens-Sprecher nicht nennen. Siemens-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger hatte auf der Bilanzpressekonferenz im Dezember jedoch von einer ganzen Reihe von Gesprächspartnern, auch aus den USA, gesprochen. Zuvor waren Medienberichte über einen Verkauf von KMW-Anteilen an die US-Rüstungskonzerne General Dynamics oder United Defense dementiert worden.(APA/Reuters)

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