Neue Hoffnung für Safiya Husaini

14. Jänner 2002, 21:05
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Vergewaltigte zog ihre Aussage zurück

Sokoto - Für eine vergewaltigte Nigerianerin, die wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden war, gibt es Hoffnung. Die 33-jährige Safiya Husaini zog am Montag ihre Aussage zurück, sie sei vergewaltigt worden. Ihre Tochter stamme von ihrem geschiedenen Ehemann. Damit fiele die Begründung für die Todesstrafe nach islamischem Recht weg, nämlich der Ehebruch. Die Berufungsverhandlung wurde auf den 18. März vertagt.

Die Verteidigung argumentierte, nach islamischem Recht dürfe eine Frau noch sieben Jahre nach Auflösung einer Ehe ein Kind von ihrem geschiedenen Mann empfangen. Der Fall Safiya Husaini hatte international für Aufsehen gesorgt und auch eine Delegation von EU-Abgeordneten versuchte noch vor der ursprünglich auf Montag angesetzten Berufungsverhandlung Druck auf die Entscheidungsträger auszuüben. Nach der Scharia macht sich jede Frau des Ehebruchs schuldig, wenn sie eine sexuelle Beziehung hat, ohne verheiratet zu sein. Das gilt auch für Frauen wie Safiya, die zwar bereits verheiratet waren, dann aber wieder geschieden wurden. Und es gilt auch im Fall einer Vergewaltigung. Als Beweis reicht der Justiz die Schwangerschaft. (AFP) - DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 15.1.2002

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