Haider: "Wenn VfGH-Erkenntnis umgesetzt wird, trete ich zurück"

14. Jänner 2002, 09:42
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"Ich werde zu keinem Zeitpunkt meine Kraft einer Entwicklung leihen, die unsere Kärntner Geschichte verfälscht"

Wien - Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider stellt für den Fall, dass die Bundesregierung das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) zum Kärntner Ortstafelstreit umsetzen sollte, seinen Rücktritt in den Raum. "Ein Umschreiben der Kärntner Geschichte durch Ortstafeln wird es mit einem Landeshauptmann Haider nicht geben. Wenn das im Widerspruch zu Gesetzen stehen sollte, weil die Bundesregierung dem Verfassungsgerichtshof nachgibt und etwas anderes beschlossen wird, dann trete ich als Landeshauptmann zurück", erklärt Haider laut Vorausmeldung in der am Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil".

"Gegen Geschichtsverfälschung"

Haider betont in dem "profil"-Interview: "Ich werde zu keinem Zeitpunkt meine Kraft einer Entwicklung leihen, die unsere Kärntner Geschichte verfälscht. Da braucht man mich gar nicht absetzen, da bin ich gerne bereit, freiwillig die Konsequenzen zu ziehen."

Dennoch will Haider mit den Kärntner Slowenen einen Kompromiss suchen, dem slowenischen Präsidenten Milan Kucan wirft er allerdings vor, Südkärnten als "ein legitimes Hoheitsgebiet Groß-Sloweniens" zu betrachten. Haider: "Das ist eine latente Provokation." (APA)

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