"Das war eine Materialschlacht"

14. Jänner 2002, 08:56
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Dakar-Rallye: Herr Masuoka gewann vor Frau Kleinschmidt

Dakar - Jutta Kleinschmidt ist ein Jahr nach dem historischen Triumph bei der 24. Dakar-Rallye vom Thron gestürzt. Die Mitsubishi-Werkspilotin aus Köln, die 2001 als erste Frau überhaupt die berühmteste Marathon-Rallye der Welt gewonnen hatte (dieStandard.at berichtete), belegte diesmal mit dem Rückstand von 22:01 Minuten auf ihren japanischen Teamkollegen Hiroshi Masuoka den zweiten Platz. "Letztes Jahr hatte ich das nötige Glück, diesmal war es Masuoka", sagte Kleinschmidt. Der Japaner feierte nach 9436 Kilometern in Senegals Hauptstadt seinen ersten Dakar-Erfolg.

Am Ende hatte lediglich eine schadhafte Kardanwelle an Kleinschmidts Mitsubishi den Ausschlag zugunsten Masuokas gegeben. "Das war ein Materialfehler", sagte die 39-Jährige, die zweimal innerhalb weniger Tage durch den Defekt gebremst wurde. "Dadurch habe ich eine Stunde verloren. Wenn man die abzieht, wäre ich vorne." Masuoka dagegen hatte ein einwandfreies Bauteil erwischt und war ohne Defekt von Paris bis nach Dakar gekommen. Insgesamt feierte Mitsubishi mit den Plätzen eins bis acht einen totalen Triumph.

Der zweimalige Dakar-Gewinner Jean-Louis Schlesser aus Frankreich war bereits auf der vierten Etappe ausgeschieden, nachdem sein Renault Kangoo ausgebrannt war. Masuoka profitierte auf den letzten beiden Sonderprüfungen auch von der Stallorder des Mitsubishi-Werksteams, dessen Quartett am Sonntag auf dem Schlussstück am Lac Rose in Dakar in Formation ins Ziel fuhr. Kleinschmidt kritisierte die Streckenführung: "Das hat nicht viel Spaß gemacht. Es war eine reine Materialschlacht. Man brauchte keinen Navigator als Beifahrer, sondern einen Mechaniker."

Sieg für KTM

In der Motorradwertung wiederholte der italienische KTM-Pilot Fabrizio Meoni souverän seinen Vorjahreserfolg. Das Rennen um diesen Titel war bereits zwei Tage vor Ende der Rallye entschieden. Der Spanier Juan Roma, letzter ernsthafter Konkurrent von Meoni, musste nach Fieberanfällen und einem Sturz frustriert aufgeben. (sid) - DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 14.1.2002

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