Lebensversicherung für Kühe

13. Jänner 2002, 19:01
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Hagelversicherung mit neuem Produkt

Berlin - Österreichs Bauern können künftig nicht nur für ihr Ackerland eine Versicherung gegen Hagel, Trockenheit, Frost oder Überschwemmung abschließen, sondern auch ihre Kühe gegen ein Ablebensrisiko in Folge von Krankheit oder Unfall versichern lassen. Nachdem die Österreichische Hagelversicherung für die "Körndlbauern" bereits einen umfassenden Versicherungsschutz anbiete, werde die Produktpalette nun auf die "Hörndlbauern" ausgeweitet, kündigte Vorstandsdirektor Kurt Weinberger bei einem Pressegespräch im Rahmen der Grünen Woche, der weltgrößten Agrarmesse, in Berlin an.

Das neue Produkt soll im Oktober 2002 auf den Markt kommen und wird in Kombination mit einer Versicherung des Grünlandes auf Hagel, Frost und Überschwemmung angeboten. Die Prämien werden nach Großvieheinheiten (GVE) berechnet, erläutert Weinberger vor österreichischen Journalisten. Nicht eingeschlossen in der Tier-Ablebensversicherung sind Tierseuchen nach dem Tierseuchengesetz, weil hier der Staat per Gesetz für betroffene Betriebe eine Entschädigung vorsieht. Totgeburten sind inkludiert. Die Daten werden mit Einverständnis des Bauern von der Rinderdatenbank der Agrarmarkt Austria (AMA) übernommen.

"Grünland-Offensive"

Diese "Grünland-Offensive" soll Riskmanagement auch für Bauern im Berggebiet und in den benachteiligten Regionen attraktiv machen und helfen, die ökonomisch angespannte Situation der Rinderbauern in Zeiten von BSE zu entschärfen, so Weinberger. Von 3,3 Mill. ha landwirtschaftlicher Nutzfläche in Österreich sind 1,9 Mill. ha Grünland. Auf rund 100.000 Bauernhöfen befinden sich etwa 2,1 Mill. Rinder, davon sind rund 700.000 Milchkühe, beschreibt der Vorstand der Hagelversicherung das enorme Potenzial.

Die vorläufige Bilanz für 2001 fällt erneut sehr positiv aus. Das Ziel, bis 2003 im Ackerbau eine Durchversicherung von 75 Prozent und im Weinbau von 50 Prozent zu erreichen, hat man laut Weinberger bereits im Vorjahr geschafft. Mehr als die Hälfte dieser Fläche sei bereits ernteversichert und damit gegen Risiken wie Frost, Überschwemmung, Trockenheit, Verwehung, Verschlämmung, stauende Nässe oder Schneckenfraß abgesichert.

In Österreich sind somit 958.000 ha hagel- und davon 441.000 ha auch ernteversichert. Damit betrug der Zuwachs an versicherter Fläche knapp 5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. Zum EU-Betritt Österreichs 1995 waren 667.000 ha hagelversichert und davon nur 47.000 ha ernteversichert. Die Versicherungssumme lag 2001 bei 1,6 Mrd. Euro. 5 Prozent der Schadensfälle werden bei der Hagelversicherung bereits über Internet abgewickelt - laut Weinberger ein Spitzenwert in der Versicherungsbranche.(APA)

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