Tiermehl-Verbot in der EU bleibt vorerst bestehen

13. Jänner 2002, 18:11
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Verbraucherschutz-Kommissar Byrne: "Erst müssen Futtermittel-Kontrollen 100-prozentig funktionieren"

Berlin - Die EU wird nach Einschätzung von Verbraucherschutz-Kommissar David Byrne das wegen BSE erlassene Tiermehl-Verbot in absehbarer Zeit noch nicht aufheben. "In diesem Jahr rechne ich zumindest nicht damit", sagte Byrne der "Berliner Zeitung". Erst müssten die Futtermittel-Kontrollen in allen Mitgliedstaaten 100-prozentig funktionieren.

Zu Ankündigungen der deutschen Agrarministerin Renate Künast, das Verfütterungsverbot notfalls im nationalen Alleingang beizubehalten, sagte Byrne: "Jedem Mitgliedsland steht es frei, in eigener Verantwortung für den eigenen Markt zu entscheiden." Er gebe aber zu bedenken, dass sich mittlerweile "Berge von Tiermehl" angehäuft hätten. Allein in der EU fielen pro Jahr zwei Millionen Tonnen an, die beseitigt werden müssten. Eine Verbrennung komme schon aus Umweltschutzgründen nicht in Frage, sagte Byrne. Das Thema müsse vorurteilslos diskutiert werden.(APA/dpa)

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