Ermittlungen in Frankreich und Belgien gegen Kinderschänderring

13. Jänner 2002, 17:36
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Mädchen war bei einem Treffen vergewaltigt und zu Tode geprügelt worden - Polizei sucht nach der Leiche

Outreau - Mit Baggern und Spürhunden suchte die Polizei am Wochenende in einem Garten im nordfranzösischen Outreau vergeblich nach der Leiche eines ermordeten Mädchens. Die Ermittlungen gehen auf das Geständnis zweier inhaftierter Mitglieder eines Kinderschänderrings zurück, wonach das fünf oder sechs Jahre alte Mädchen 1999 bei einem Treffen der Kinderschänder vergewaltigt und zu Tode geprügelt wurde.

Weite Kreise

Die Polizei ist dem Kinderschänderring seit Anfang vergangenen Jahres auf der Spur, 15 mutmaßliche Täter wurden inzwischen verhaftet. Insgesamt sollen 24 Kinder vergewaltigt, prostituiert und zu Pornofilmen gezwungen worden sein, zum Teil von den eigenen Eltern. Tatorte waren den Ermittlungen zufolge Wohnungen in einem Sozialbauviertel in Outreau und ein Bauernhof nahe dem belgischen Ypern. Das ermordete Mädchen könnte eine Belgierin maghrebinischer Herkunft gewesen sein. Bei den belgischen Behörden war jedoch nichts vom Verschwinden eines solchen Mädchens bekannt.

Der Sohn eines Sex-Shop-Besitzers im belgischen Ostende hatte ausgesagt, Ende 1999 Zeuge des Mordes gewesen zu sein. Die Kinderschänder hätten das Mädchen vergewaltigt und zu Tode geprügelt, weil es sich wehrte. Anschließend hätten sie ihm mit dem Tod gedroht, sollte er sie verraten, sagte der Zeuge. Der geständige junge Mann nannte den inhaftierten 37-jährigen Thierry D. als Haupttäter, was dessen Frau laut Presseberichten bestätigte. Die vier Kinder des 37-Jährigen zählen ebenfalls zu den Opfern des Kinderschänderrings.

Zwangsprostitution

Vermutlich auf dem Bauernhof bei Ypern wurden nach Erkenntnissen der Ermittler die Pornofilme mit den Kindern gedreht, die dann in dem Sexshop in Ostende verkauft wurden. In Outreau seien die Kinder zur Prostitution mit Nachbarn gezwungen worden.

Die Verbrechen kamen Anfang vergangenen Jahres ans Licht, als einem Kindergärtner in Outreau das seltsame Verhalten der betroffenen Kinder auffiel. Die Polizei nahm Ermittlungen auf, im März wurden die ersten mutmaßlichen Täter festgenommen. Auch ein Gerichtsvollzieher und dessen Frau, ein Arbeiterpriester sowie ein Taxifahrer, der die Kinder transportiert haben soll, sind unter dringendem Tatverdacht in Haft. (APA)

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