Kostelic gewinnt hauchdünn im Slalom von Wengen

13. Jänner 2002, 17:45
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Kunc um eine Hunderstel Zweiter vor Überraschungsmann Zardini -Schönfelder Vierter

Wengen - Kroatisch-slowenische Festspiele auf dem "Jungfrau-Hang" in Wengen: Der Kroate Ivica Kostelic gewann am Sonntag seinen zweiten Weltcup-Slalom nur eine Hundertstelsekunde vor dem Slowenen Mitja Kunc und dem italienischen Sensationsmann Edoardo Zardini. Rainer Schönfelder verhinderte als Vierter eine totale ÖSV-Schlappe, denn nur noch Benni Raich schien außer dem Kärntner als 24. in der Wertung auf.

Aufwärtstrend bei Technikern

Trotzdem aber ist auch im österreichischen Slalom-Team wieder Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Wenn auch nur Schönfelder seine Zeit ins Ziel brachte, so kündigte sich der Wiederaufschwung an. Mario Matt verfehlte trotz eines Sturzes die Qualifikation für das Finale nur knapp, Kilian Albrecht war bis zu seinem Ausfall auf Kurs in die Top drei im ersten Lauf und auch Manfred Pranger unterstrich mit Rang sechs im ersten Lauf, dass mit ihm zu rechnen ist.

Schönfelder brachte Zeit auch ins Ziel

Ins Ziel gebracht hat es aber eben nur Schönfelder. Und der 24-Jährige Bleiburger war nach dem zweiten Spitzenplatz nach Adelboden auch hochzufrieden - auch wenn er das Podest nur knapp verpasste, er musste sich dem Sensationsmann Zardini um zwei Hundertstelsekunden geschlagen geben. "Die Freude über Rang vier überwiegt den Ärger über die zwei Hunderstel Rückstand", erklärte der Bleiberger. Viel wichtiger waren für ihn drei andere Faktoren: "Es ist wichtig, dass ich meine Rückenprobleme überwunden habe und wieder trainieren kann, dazu bin ich mit dem neuen Atomic-Ski wirklich sehr zufrieden. Und zudem habe ich wieder die Luft der Sieger geschmeckt, das gibt Auftrieb. Denn der Rückstand ist nicht sehr groß", erklärte er, um doch noch einen Wermutstropfen zu entdecken: "Leider bin ich in beiden Läufen oben nicht in den Rhythmus gekommen, sonst..."

Schönfelder ist sich aber sicher, dass auch seine Mannschaftskollegen schon bald - möglichst bei den kommenden Klassikern in Kitzbühel und Schladming - um den Sieg mitreden werden. "Nach der vielen Testarbeit hat man im Training gesehen, dass es aufwärts ist. Auch hier waren ja Kilian Albrecht und Mario Matt bis zu ihren Fehlern grandios unterwegs", erklärte er. Dieser Meinung war auch Cheftrainer Toni Giger, der so wieder zuversichtlicher in die Slalom-Zukunft schauen darf.

Raich erwischte einen schlechten Tag

Unzufrieden war nur Benni Raich, der in Wengen einfach nicht ins Fahren kam: "Ich war zu sehr auf Sicherheit bedacht, wenn man so fährt wie ich heute, hat man an der Spitze im Moment nichts verloren. Aber ich weiß, dass ich ganz viele Reserven habe", meinte der Pitztaler.

An der Spitze gab es zum erst fünften Mal einen Sieg mit dem Minimalvorsprung im Skisport. Kleines Deatil am Rande: Von den bisherigen vier Malen waren drei Mal Österreicher die Zweiten. Kostelic wird es egal sein, er hat nach seinem Premierensieg in Aspen zum Saisonauftakt seine Spitzenstellung im Slalom bestätigt und mit diesem Erfolg das Rote Trikot des Weltcup-Führenden mehr als eindrucksvoll verteidigt.

Zardini war die Überraschung

Der Überraschungsmann schlechthin war aber der Italiener Edoardo Zardini. Der 25-Jährige aus dem italienischen B-Kader nutzte seine erste Weltcupchance fast perfekt: Mit Startnummer 63 war er im ersten Lauf schon auf den vierten Platz gerast, auch im zweiten ließ er sich keine Nervosität anmerken und fuhr noch aufs Podest. "Heute war einfach mein Tag", meinte er danach locker, "man braucht den Willen zum Sieg und den habe ich heute einfach gehabt." (APA)

Endstand des Slaloms in Wengen:


  1. Ivica Kostelic (CRO)        1:42,29        
  2. Mitja Kunc (SLO)            1:42,30 + 0,01 
  3. Edoardo Zardini (ITA)       1:42,61 + 0,32 
  4. Rainer Schönfelder (AUT)    1:42,63 + 0,34 
  5. Jean-Pierre Vidal (FRA)     1:43,00 + 0,71 
  6. Bode Miller (USA)           1:43,11 + 0,82 
  7. Giorgio Rocca (ITA)         1:43,20 + 0,91 
  8. Kalle Palander (FIN)        1:43,40 + 1,11 
   . Kjetil-Andre Aamodt (NOR)   1:43,40 + 1,11 
 10. Thomas Grandi (CAN)         1:43,44 + 1,15 
 11. Erik Schlopy (USA)          1:43,50 + 1,21 
 12. Angelo Weiss (ITA)          1:43,71 + 1,42 
 13. Giancarlo Bergamelli (ITA)  1:43,75 + 1,46 
   . Markus Larsson (SWE)        1:43,75 + 1,46 
 15. Rene Mlekuz (SLO)           1:43,80 + 1,51 
 16. Alain Baxter (GBR)          1:43,93 + 1,64 
 17. Chip Knight (USA)           1:43,99 + 1,70 
 18. Urs Imboden (SUI)           1:44,03 + 1,74 
 19. Andrzej Bachleda (POL)      1:44,07 + 1,78 
 20. Sacha Gros (USA)            1:44,25 + 1,96 
 21. Marco Casanova (SUI)        1:44,31 + 2,02 
 22. Stanley Hayer (CZE)         1:44,45 + 2,16 
 23. Sebastien Amiez (FRA)       1:44,96 + 2,67 
 24. Benjamin Raich (AUT)        1:45,02 + 2,73 
 25. Tom Rothrock (USA)          1:45,55 + 3,26 
 26. Drago Grubelnik (SLO)       1:47,52 + 5,23 
nur für die Kombination in der Wertung, aber 
keine Weltcup-Punkte:
 27. Matteo Nana (ITA)           1:46,77 + 4,48 
 28. Gaetan Llorach (FRA)        1:47,23 + 4,94 
 29. Lasse Kjus (NOR)            1:48,55 + 6,26 
 30. Didier Defago (SUI)         1:48,86 + 6,57 
 31. Andrej Jerman (SLO)         1:50,15 + 7,86 
 32. Antoine Deneriaz (FRA)      1:54,96 +12,67 
 33. Daisuke Yoshioka (JPN)      1:56,49 +14,20 
 34. Kurt Sulzenbacher (ITA)     1:58,62 +16,33 
 35. Pawel Tschestakow (RUS)     2:10,76 +28,47 

nicht für den 2. Lauf qualifiziert: 31. Florian Seer (AUT) 52,30 +2,09 33. Pierre Egger (AUT) 52,33 +2,12 41. Mario Matt (AUT) 52,87 +2,66

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Kilian Albrecht (AUT), Harald Strand-Nilsen (NOR), Jean-Philippe Roy (CAN), Jure Kosir (SLO), Kentaro Minagawa (JPN), Kristinn Björnsson (ISL), Markus Eberle (GER), Markus Ganahl (LIE), Pierrick Bourgeat (FRA), Truls Ove Karlsen (NOR)

Ausgeschieden im 2. Durchgang u.a.: Manfred Pranger (AUT), Alois Vogl (GER), Mitja Valencic (SLO), Tom Stiansen (NOR)

Endstand der Kombination Abfahrt- Slalom:

                                                
  1. Kjetil-Andre Aamodt (NOR)  4:13,12        ( 2:29,72- 1:43,40)
  2. Bode Miller (USA)          4:17,60 + 4,48 ( 2:34,49- 1:43,11)
  3. Lasse Kjus (NOR)           4:19,29 + 6,17 ( 2:30,74- 1:48,55)
  4. Didier Defago (SUI)        4:21,60 + 8,48 ( 2:32,74- 1:48,86)
  5. Gaetan Llorach (FRA)       4:22,60 + 9,48 ( 2:35,37- 1:47,23)
  6. Stanley Hayer (CZE)        4:22,71 + 9,59 ( 2:38,26- 1:44,45)
  7. Matteo Nana (ITA)          4:23,50 +10,38 ( 2:36,73- 1:46,77)
  8. Andrej Jerman (SLO)        4:23,73 +10,61 ( 2:33,58- 1:50,15)
  9. Antoine Deneriaz (FRA)     4:26,94 +13,82 ( 2:31,98- 1:54,96)
 10. Kurt Sulzenbacher (ITA)    4:29,40 +16,28 ( 2:30,78- 1:58,62)
 11. Daisuke Yoshioka (JPN)     4:37,65 +24,53 ( 2:41,16- 1:56,49)
 12. Pawel Tschestakow (RUS)    4:46,26 +33,14 ( 2:35,50- 2:10,76)
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