Studie entzweit SPÖ und ÖVP

26. August 2003, 18:54
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Antoni: Regierung soll aus bildungspolitischem Winterschlaf erwachen

Wien - Unterschiedliche Reaktionen bei SPÖ und ÖVP hat die vom "Standard" veröffentlichte market-Umfrage ausgelöst, wonach die Hälfte der Eltern glaubt, dass die Kinder nicht das Richtige lernen. SPÖ-Schulsprecher Dieter Antoni forderte die Regierung auf, aus ihrem bildungspolitischen Winterschlaf zu erwachen. Sein ÖVP-Kollege Werner Amon sieht hingegen einen Beleg, dass in den heimischen Schulen praxisgerecht gelehrt wird.

Der Studie zufolge sagen 47 Prozent der Eltern mit Schulkindern, dass "die Schüler in der Schule viele Dinge lernen müssen, die man im späteren Leben eigentlich nicht braucht". Nur 41 Prozent hängen der Gegenthese an, "dass die Schüler in der Schule im Großen und Ganzen das Richtige lernen". Auch ein internationaler Ländervergleich belegt, dass in Österreich die Schüler besonders viele Schulstunden haben. In Finnland sitzen nach einer sogenannten Pisa-Studie Schüler im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren 2.200 Stunden in der Schule, in Österreich sind es 3.407 Stunden.

Die SPÖ wolle die Autoren der Pisa-Bildungsstudie zu Gesprächen einladen, kündigte Antoni an. "Nachdem die Regierung aus dieser Studie offensichtlich keinerlei Konsequenzen zu ziehen gedenkt, wird die SPÖ aus den gewonnenen Erkenntnissen die notwendigen Konsequenzen ableiten und konkrete Reformvorschläge erarbeiten". Antoni hofft, die Regierung mit neuen, konkreten Vorschlägen "endlich aus dem nunmehr zwei Jahre dauernden bildungspolitischen Winterschlaf wecken" zu können.

Amon sieht hingegen in den Studien eine Bestätigung der Bildungspolitik der Regierung. Man dürfe sich darauf aber nicht ausruhen, sondern sehe darin vielmehr eine "Handlungsaufforderung", noch besser zu werden und im Bildungsbereich noch weiter in Richtung der Weltspitze vorzustoßen. (APA)

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