Protestantengruppe bekannte sich zu Mord

12. Jänner 2002, 15:19
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Polizeipatrouillen vor Mädchenschule in Ardoyne angekündigt

Belfast - Bewaffnete Protestanten haben in der nordirischen Provinzhauptstadt Belfast einen katholischen Postangestellten erschossen. Die Gruppe "Red Hand Defenders" bekannte sich in einem Schreiben zum Mord an dem 20-Jährigen, der in der Nacht zum Samstag vor einem Postamt in dem überwiegend von Protestanten bewohnten Vorort Barna Square getötet wurde. Laut Polizei fingen zwei vermummte Männer den jungen Mann auf dem Weg zur Arbeit ab und gaben mehrere Schüsse ab. Das Opfer erlag kurz nach der Ankunft im Krankenhaus seinen Verletzungen. Bei den "Red Hand Defenders" handelt es sich um Mitglieder der bewaffneten protestantischen Gruppen UDA-UFF und LVF, die den Friedensprozess in Nordirland ablehnen.

In dem Protestantenviertel Ardoyne blieb es in der Nacht zum Samstag ruhig. Die Polizei kündigte ständige Patrouillen in dem spannungsreichen Stadtteil an. In der Nähe der katholischen Mädchenschule Holy Cross sollen laut Polizei Überwachungskameras installiert werden. Dort hatte am Freitag wieder der Unterricht begonnen. Zuvor hatten sich katholische und protestantische Jugendliche in dem Viertel zwei Nächte lang Straßenschlachten mit Molotow-Cocktails und Steinen geliefert. Zahlreiche Menschen wurden dabei verletzt. (APA)

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