Slowenenvertreter lobt Haider

12. Jänner 2002, 14:23
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"Tatsächliche Fortschritte" - VfGH-Erkenntnis umsetzen

Wien - Lobende Worte über den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider fand am Samstag der Leiter der Abteilung für Zentral-, Ost- und Südosteuropa im Außenministerium Valentin Inzko, ein Kärntner Slowene. Haider habe einen "gewissen frischen Wind" gebracht und unter ihm habe es "tatsächliche Fortschritte" gegeben, meinte Inzko im "Journal zu Gast". Als Beispiele nannte er den zweiten slowenischen Radiosender und das Kindergartenfondsgesetz, das in Zusammenarbeit mit der Minderheit erstellt worden sei. Kritischer beurteilte Inzko aber die Reaktion Haiders auf das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) zur Ortstafel-Frage.

Hier habe Haider "viel Lärm erzeugt". Er habe Ausdrücke gebraucht, die man nicht verwenden sollte. Auch die Kritik an VfGH-Präsident Ludwig Adamovich hält Inzko für nicht angebracht.

Zum VfGH-Erkenntnis selbst stellte der Diplomat unmissverständlich fest: "In einem Rechtsstaat muss es umgesetzt werden." Wichtig sei aber die Frage, wie es umgesetzt werde. Hier trete er für einen breiten Dialog ein, betonte Inzko. Er zeigte sich überzeugt davon, dass es durch einen geduldigen Dialog, der auch langwierig sein könnte, eine österreichisch-kärntnerische Lösung geben werde.

Nach Ansicht des Kärntner Slowenen hat sich die Stimmung im südlichsten Bundesland seit dem Ortstafelsturm von 1972 geändert. Es gebe zwar noch Leute, die wieder Tafeln niederreißen würden, das betreffe aber nur noch ganz wenige Ausnahmen. Der Großteil der Kärntner sei stolz auf die Tradition und den Reichtum des Landes. Sie würden auch ein paar zweisprachige Ortstafeln mehr akzeptieren, ebenso wie sie nun auch den Euro akzeptiert haben.

Wichtiger als die Ortstafeln sei für die Kärntner Slowenen die Frage der Erziehung - die Kindergärten und das Schulwesen. Letzteres sei sehr gut ausgebaut. Aber auch die Ortsnamen gehörten zur Identität, stellte Inzko fest. (APA)

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