PLO-Beauftragter Nusseiba plädiert für entmilitarisierten Palästinenser-Staat

12. Jänner 2002, 11:50
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Selbstmordattentate kontraproduktiv

Hamburg - Neue Wege zur Wiederbelebung des Friedensprozesses hat der von Palästinenserpräsident Yasser Arafat ernannte Jerusalem- Beauftragte Sari Nusseiba gefordert. "Ein palästinensischer Staat sollte entmilitarisiert sein", sagte der Arafat-Vertreter in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Selbstmordattentate islamischer Fanatiker verurteilte Nusseiba als "moralisch inakzeptabel und politisch kontraproduktiv".

Um den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon zu Verhandlungen zu bewegen, müssten die Palästinenser zudem von ihren Maximalforderungen abrücken und etwa auf das Rückkehrrecht für über drei Millionen Flüchtlinge verzichten, "sonst kommen wir nie zu einem Abschluss".

Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates aber sei unverzichtbar. Eine Anerkennung der Bedeutung des Tempelberges für die Juden in einem Abkommen hält Nusseiba durchaus für möglich, wenn Israel im Gegenzug "die moslemische Realität" in der Stadt anerkenne.(APA/dpa)

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