Clerides und Denktas wollen Schicksal Vermisster klären

11. Jänner 2002, 19:48
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Denktas korrigerte Vermisstenzahl nach oben

Athen/Nikosia - Die Führer der griechischen und der türkischen Volksgruppe Zyperns, Glafkos Clerides und Rauf Denktas, haben am Freitag das Schicksal vermisster Zyprioten erörtert. Bei den beiden informellen Treffen in der geteilten Hauptstadt Nikosia ging es um die Klärung des Schicksals von Zyprern, die seit den Unruhen in den 60er Jahren (1963-1964 und 1967) und der türkischen Militärintervention 1974 als vermisst gelten.

Wie der zypriotische Rundfunk berichtete, einigten sich beide Seiten darauf, in der nächsten Zeit Dokumente über die Modalitäten der Feststellung des Schicksals dieser Menschen auszutauschen. "Dieses Verfahren, das humanitären Charakter hat, soll unabhängig vom Verlauf der für den 16. Jänner angesetzten eigentlichen Gespräche zur Lösung der Zypern-Frage verfolgt werden", gab der zypriotische Regierungssprecher Michalis Papapetrou bekannt.

Denktas hatte zuvor im türkisch-zypriotischen Fernsehen die Zahl der Vermissten nach oben auf 2.800 korrigiert. Davon seien 800 türkische Zyprer, hieß es. Nach Angaben der griechisch-zypriotischen Seite werden hingegen auf eigener Seite rund 1.500 und auf der türkischen Seite etwa 600 Menschen vermisst.

Die beiden Volksgruppenführer wollen am 16. Jänner intensive Gespräche unter UNO-Aufsicht zur Lösung der Zypern-Frage aufnehmen. Zypern ist aussichtsreichster EU-Beitrittskandidat. Die drittgrößte Mittelmeerinsel ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. (APA/dpa)

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