Deutschlands Karikaturisten für Merkel: "Von hinten zu erkennen"

11. Jänner 2002, 20:02
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Und auch von weit weg

München - Der Wunsch der Karikaturisten ging nicht in Erfüllung: Sie favorisierten nicht CSU-Chef Edmund Stoiber, sondern Angela Merkel als Kanzlerkandidatin. In einer Umfrage, die der Münchner Karikaturist Dieter Hanitzsch exklusiv für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Freitag noch vor der Entscheidung für Stoiber machte, brachte sein Kollege Luis Murschetz ("Süddeutsche Zeitung"/SZ, "Zeit") seine zeichnerische Vorliebe für die Christdemokratin auf den Punkt: "Weil sie auch von hinten und sogar von weit weg leicht erkennbar ist."

Ernst Maria Lang (SZ) dagegen war es egal, ob Merkel oder der CSU- Vorsitzende Edmund Stoiber das Rennen macht. Auch ohne Amt würden beide genug Motive liefern, sagte der Doyen der Karikaturisten-Zunft. "Aus Angela Merkels sanften Augen fließt eine verwirrende Beißhemmung, Edmund Stoiber bläst Pfeffer in die Tusche." Fritz Behrendt ("Frankfurter Allgemeine Zeitung") schloss sich an: "Beide bieten alles für die Karikatur." Unentschieden zeigt sich Horst Haitzinger (Münchner "tz" und andere): "Sie ist hängelippig, er spitznasig."

"Ich bin dieser Frau total verfallen"

Geradezu als euphorischer Merkel-Fan zeigte sich Gerhard Haderer ("Stern"): "Ich bin dieser Frau total verfallen.". Sein Kollege Nel von der "Thüringischen Landeszeitung": "Ich werde mit ihr schneller fertig." Ironimus (Gustav Peichl, SZ und Presse, Wien) sieht in der CDU-Chefin vor allem das "Weib" und ihre "lustige Frisur". Noch intimer fiel die Antwort bei Dieter Zehentmayr ("Berliner Zeitung") aus: Für ihn ist Angela Merkel einfach "runder, lustiger, variabler".

Dagegen mangelte es den Pro-Stoiber-Karikaturisten häufig an schlagkräftigen "Zeichen-Argumenten". So war Barbara Henninger ("Eulenspiegel") für Stoiber, "aber nur, wenn Bayern zur EU gehört". Heiko Sakurai ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung") hatte den CSU-Chef "ein bisschen lieber, weil er mehr polarisiert".

Pepsch Gottscheber (SZ und andere) machen beide Spaß. Auch Klaus Stuttmann ("taz", "Tagesspiegel") meinte: "Am liebsten würd' ich beide im Zweierpack zeichnen, als Dick und Doof zum Beispiel." Eindeutig für den CSU-Vorsitzenden zeigte sich Umfrage-Initiator Hanitzsch (SZ): "Bei Stoiber kann man härter hinlangen." (APA/dpa)

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