Die Vogelschau am Strom

11. Jänner 2002, 20:25
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Gemütliche Winterwanderung in Niederösterreichs Nationalpark Donauauen

STANDARD-Mitarbeiter Bernd Orfer

Der Nationalpark Donauauen hat immer Saison, auch im Winter, wenn die meisten Alt- arme zugefroren sind, lassen sich bei einer gemütlichen Wanderung sehr schöne Vogelbeobachtungen durchführen. Wo immer sich eine eisfreie Wasserfläche findet, tummeln sich Hunderte von Vögeln, vor allem die Sandbänke am Ufer des Stromes sind oft dicht von den Gefiederten besetzt. Man muss sich nur Zeit lassen, um die große Vogelschau zu genießen.

Erstaunlicherweise überwintern in der Au nun auch schon Silberreiher, die man früher nur während der Zugzeit oder im Sommer als "Gäste" antreffen konnte. Sehr viele Graureiher lockt es schon seit geraumer Zeit nicht mehr in den Süden, da sie in den relativ milden Wintern auch an der Donau halbwegs annehmbare Bedingungen vorfinden. Kormorane treten schon in Scharen auf, zahlreiche Enten- und Taucherarten leisten ihnen Gesellschaft.

Die schönsten Beobachtungsplätze gibt es derzeit auf der Route von Regelsbrunn nach Haslau bzw. Maria Ellend, da nicht nur die Donau eisfrei ist, sondern auch manche Altarme - wegen der Strömung - nicht zur Gänze zugefroren sind, sodass man sogar die Chance hat, einen Eisvogel bei der Jagd nach kleinen Fischen "belauschen" zu können.

Allerdings, vor dieser Wanderung sollte man sich über den Wasserstand des Stromes informieren. Bei Hochwasser ist die Route auf dem Treppelweg nicht begehbar, zwischen Haslau und Maria Ellend muss man sogar bei höherem Mittelwasser mit Problemen rechnen, da dann die Überläufe, über die der Au Wasser zugeführt wird, bereits überflutet sind. Im Herbst und im Winter kann man mit den besten Verhältnissen bei dieser Wanderung rechnen.

In den Rucksack gehört natürlich ein Fernglas, auch ein Vogelbestimmungsbuch leistet gute Dienste. Und man sollte sich warm anziehen, denn am Ufer der Donau weht meist ein kühles Lüftchen. Man kann die Wanderung bei Haslau abbrechen, muss dann allerdings ein gutes Stück durch völlig freies Gelände zur Bahn marschieren. Die Distanz zwischen Ausgangs- und Endpunkt überbrückt man am besten mit der Schnellbahn.

Die Route: Von der Station Regelsbrunn kreuzt man die Bundesstraße, steigt in die Au und quert den Altarm auf einer Traverse. Die gelbe Markierung führt dann am rechten Ufer des Stromes aufwärts. Man passiert die Anlegestelle der nur im Sommer in Betrieb befindlichen Fähre nach Orth und erreicht die Abzweigung nach Haslau. Gehzeit ab Haltestelle Regelsbrunn zweieinviertel bis zweieinhalb Stunden.

Man bleibt auf dem Treppelweg, der von nun an blau markiert ist, kommt an der am linken Ufer vertauten Schiffsmühle vorbei und gelangt dann zur Querung nach Maria Ellend und zur Bahnstation. Ab Abzweigung Haslau beläuft sich die Gehzeit auf etwa eineinviertel Stunden.


Gesamtgehzeit dreieinhalb bis dreidreiviertel Stunden; Höhenunterschied rund 30 Meter; Gasthäuser in Haslau an der Donau. Bundesamtskarte, Blatt 60 (Bruck an der Leitha); Wegekarte Nationalpark Donauauen.

(Der Standard, Printausgabe, 12.01.02)

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