Partei- Projekte für das Jahr 2002

11. Jänner 2002, 19:58
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Grüne: Wahlvorbereitung - ÖVP: Thema Arbeitsplatz - SPÖ: Projekt Kurswechsel - FPÖ: Kindergeld verkaufen

Grün- Stratege Felix Ehrenhöfer: "Vom zeitlichen Ablauf bereiten wir uns auf vorgezogene Neuwahlen vor", so der strategische Wahlkampfleiter der Grünen, Felix Ehrenhöfer. "Wir wollen ab April vorbereitet sein." In den nächsten Wochen wird die Agentur ausgewählt, die den grünen Wahlkampf auf die Schienen stellen soll. Besonders eng arbeiten die Grünen mit dem Meinungsforschungsinstitut SORA zusammen, das Potenzial-Umfragen erstellt und Focus-Gruppen ausarbeitet. Die Strategie soll weniger auf Themen oder Personen, sondern mehr auf die Vermittlung von "policy issues" ausgerichtet sein: "Welche es genau sein werden, wird noch untersucht."

ÖVP: "Chancen sind da"

Steirischer VP-Klubchef Lopatka: Die ÖVP wiegt sich in Selbstbewusstsein. Die Ausgangsposition für die Kanzlerpartei sei "wesentlich besser als vor der letzten und vorletzten Wahl", sagt der steirische Klubchef und Bundsparteistratege Reinhold Lopatka. Die Chancen für die ÖVP "sind da".

Thematisch werde "der Arbeitsplatz" ins Zentrum der Wahlkonzepte gestellt werden, "wovon alle weiteren Strategien abgeleitet werden". Die ÖVP werde in diesem Zusammenhang ihre Qualität als Partei mit Europaorientierung und Wirtschaftskompetenz hervor streichen. Man müsse aber auch glaubwürdig als Partei auftreten, die sich um die sozial Schwächeren kümmert: "Hier sind Nachjustierungen nötig."

SPÖ: "Soziales Gewissen verstärken"

SP-Bundesgeschäftsführerin Kuntzl: "Unser Projekt für das Jahr 2002 heißt Kurswechsel", gibt SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl die Strategie vor. Die Sozialdemokraten werden "den Druck auf die Regierung erhöhen und glasklar aufzeigen, wohin deren Weg führt" - nämlich zu spürbaren Belastungen der Bürger auf allen Linien. Die SPÖ werde daher ihren Auftritt als "das soziale Gewissen, das wir sind, verstärken", betont Kuntzl. Dazu werde man Gegenkonzepte zum VP/FP-Regierungsentwurf vorlegen. Forciert werden soll angesichts der aktuellen VfGH-Debatte die Funktion der SPÖ als "demokratischer Schutzschild", kündigt die SP-Strategin an.

FPÖ: Mehr Wettbewerb

Markus Mitterrutzner, der 29-jährige Bundesgeschäftsführer der FPÖ und ehemalige Referent von Susanne Riess-Passer, hat die Umstrukturierung der Partei weitgehend abgeschlossen. Er kann sich jetzt auf den Verkauf der Inhalte konzentrieren. Wichtig sei es, die FPÖ als Sicherheitspartei zu etablieren. Und verstärkt in den Wettbewerb mit den anderen Parteien zu treten. "Wir müssen das Kindergeld verkaufen", sagt Mitterrutzner, "Mutter des Gedankens war die FPÖ". Außerdem müsse man für klein- und mittelständische Betriebe attraktiver werden. Auch das Flat-Tax-Modell soll verstärkt in die politische Diskussion eingebracht werden.

(DER STANDARD, Print vom 12./13.1.2002)

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