US-Regierung plant Endlager für Atommüll in Wüste von Nevada

11. Jänner 2002, 21:36
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Bundesstaat und Greenpeace befürchten Grundwasserverseuchung

Washington - Die US-Regierung will das umstrittene erste atomare Endlager des Landes in der Wüste von Nevada errichten. Diese Empfehlung gab Energieminister Spencer Abraham Donnerstag abend (Ortszeit). In dem Lager sollen 77.000 Tonnen Müll aus den US-Atomkraftwerken deponiert werden. Der Standort unter dem Yucca-Berg rund 145 Kilometer nordwestlich des Glücksspiel-Mekkas Las Vegas ist seit Jahren heftig umstritten. Präsident George W. Bush und der Kongress müssen Abrahams Empfehlung noch absegnen. Unter den oppositionellen Demokraten gibt es heftigen Widerstand gegen das Projekt.

Begründung: "zwingende nationale Interessen"

Abraham begründete seine Empfehlung mit "zwingenden nationalen Interessen". Er hob hervor, dass der Schutz der Atomanlagen gegen mögliche Terroranschläge verbessert werden müsse. Bisher wird der Atommüll der USA direkt bei den Kraftwerken gelagert. Der vorgesehene Standort für das Endlager liegt in einer entlegenen und menschenleeren Gegend. Nach den Plänen des Energieministers soll das Lager bis 2010 in Betrieb gehen.

Der US-Kongress hatte den Yucca-Berg 1987 als Standort für das Atomlager ausgewählt. Der Berg liegt nahe einer Testanlage für Atomwaffen, die bereits verseucht ist. Die Regierung in Washington investierte bislang mehr als 6,8 Milliarden Dollar (7,63 Mrd. Euro) in die Erkundung des Endlager-Standorts. Ein fast 300 Meter tiefer Schacht wurde in den Berg gegraben, um die Eignung des Gesteins für die Lagerung von Atomabfall zu testen.

Nevada befürchtet Umweltschäden

Vertreter des Bundesstaates Nevada befürchten Schäden für die Umwelt. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace kann das Vulkangestein nicht hermetisch gegen die Außenwelt abgeschottet werden. Es sei zu befürchten, dass der Strahlenmüll das Grundwasser verseuche. Auch sei die Erdbebengefahr in diesem Gebiet besonders groß.

Das Rechnungsprüfungsbüro des Kongresses hatte die Regierung im November gedrängt, ihre Entscheidung über das Endlager zu vertagen. Es gebe noch keine verlässlichen Schätzungen darüber, wann und zu welchen Kosten das Lager in Betrieb gehen könne, begründete das Büro seine Forderung. (APA)

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