Junger Schwarz-Afrikaner in Wien auf offener Straße attakiert

12. Jänner 2002, 14:11
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Motiv wohl Rassismus, Ignoranz von Bus-Fahrgästen vielsagend

Wien - Ein 17-jähriger Schwarz-Afrikaner, ist am Mittwochabend in Wien-Brigittenau auf offener Straße mit einem Messer verletzt worden. Dies teilte das Integrationshaus am Freitag in einer Aussendung mit. Der Jugendliche, Bewohner der Clearingstelle für unbegleitete minderjährige Fremde, erlitt demnach eine mehr als zehn Zentimeter lange, klaffende Schnittwunde am Kopf. Rassistische Motive für den Angriff seien nicht auszuschließen, hieß es. Der Pressestelle der Bundespolizeidirektion lagen zu dem Fall keine Informationen vor, hieß es auf Anfrage.

Der 17-jährige Schwarz-Afrikaner war laut der Aussendung mit einem Freund in der Stromstraße unterwegs. Während dieser telefonierte, sei der Jugendliche von einem Mann, vermutlich ein Österreicher, im Vorbeigehen zunächst gegrüßt und dann mit den Worten "black man" angesprochen worden. Plötzlich sei der Afrikaner von hinten attackiert worden. Der Angreifer verletzte ihn schwer.

Das Opfer habe zwar um Hilfe gerufen, der laut Integrationshaus offensichtlich aus rassistischen Motiven handelnde Täter konnte aber unerkannt und unbehelligt flüchten. Der Jugendliche fuhr mit dem Bus zurück zu seiner Wohnstätte. Nach der Erstversorgung wurde er von der Rettung ins Donauspital gebracht.

In diesem Zusammenhang wurde vom Integrationshaus auch kritisiert, dass niemand dem Verletzten geholfen hatte. Die Fahrgäste hätten die Verletzung bemerkt, aber keinerlei Hilfe angeboten. (APA)

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