Pique hofft auf baldige Wahl des neuen Außenministers in Italien

11. Jänner 2002, 17:34
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EU-Ratspräsident zu Besuch in Rom - Berlusconi weist Kritik als "lächerlich" zurück

Rom - EU-Ratspräsident Josep Pique der am Freitag zu einem Kurzbesuch in Rom eingetroffen ist, hat die Hoffnung geäußert, dass in Italien bald ein neuer Außenminister gewählt und die interimistische Führung des Außenamtes unter Regierungschef Silvio Berlusconi kurz sein werde. Es sei "logisch und wünschenswert", dass Berlusconi bald einen Nachfolger des am Samstag zurückgetretenen Außenministers, Renato Ruggiero, ernennen wird, der aus Protest gegen die seiner Meinung nach antieuropäische Haltung des Mitte-Rechts-Kabinetts das Handtuch geworfen hatte.

Pique unterstrich, dass von einem EU-Außenminister viele Arbeitsstunden gefordert seien. Daher sei es logisch, die Übergangsphase zum neuen Außenminister in Italien rasch zu beenden. Berlusconi selber habe versichert, dass er nur über eine kurze Zeit die "Farnesina", das römische Außenministerium, interimistisch führen wolle.

Keine Zweifel an Europafreundlichkeit

Pique unterstrich, dass er keinerlei Zweifel hinsichtlich der Europafreundlichkeit der Regierung Berlusconi habe. Italien habe seinen klaren Einsatz für den Reformenprozess in der EU bewiesen, den die spanische Präsidentschaft aktiv vorantreiben wolle.

Berlusconi hatte zuvor die Kritik an seiner Regierung wegen ihrer angeblichen Europafeindlichkeit als "lächerlich" zurückgewiesen. Bei einer Pressekonferenz am Ende eines Treffens mit dem designierten Präsidenten des Europa-Konvents, Valery Giscard D'Estaing, betonte Berlusconi, dass niemand das Interesse Italiens für Europa bestreiten könne. Die "Leidenschaft" Italiens für Europa sei sogar "ethisch" stärker als jene anderer Länder, betonte Berlusconi.

Keine EU ohne Italien

"Das neue Europa muss stark sein und mit einer Stimme sprechen können", sagte Berlusconi, der auch für gemeinsame Streitkräfte plädierte. Italien werde der Konvention den größten Beitrag sichern, da ihre Arbeit das Fundament für die künftigen europäischen Institutionen sei.

Giscard betonte, dass es keine EU ohne Italien geben könne. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem italienischen Regierungschef erklärte Giscard, dass Italien wie die anderen EU-Länder "allein keine große Zukunft hätte". (APA)

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